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Windenergy Hamburg macht Speicher zu einem Schlüsselthema der Energiewende

Mit einem eigenen Ausstellungsbereich für Energiespeicher erweitert die Windenergy Hamburg 2026 vom 22. bis 25. September ihr Profil um eines der zentralen Themen der Energiewirtschaft: die Speicherung und intelligente Steuerung erneuerbarer Energie. In Halle A2 präsentiert die Messe auf rund 3.600 Quadratmetern Technologien und Lösungen für Batteriespeicher, Netzstabilität und Flexibilitätsmanagement. Für Projektierer, Betreiber und Stadtwerke gewinnt das Thema angesichts steigender Redispatch-Kosten und wachsender Anforderungen an die Netzstabilität zunehmend an Bedeutung.

Erfahren Sie mehr aus dem Trendindex der Messe.

Hintergrund sind massive Engpässe in den Stromnetzen. Immer häufiger müssen Windenergieanlagen abgeregelt werden, wenn erzeugter Strom nicht aufgenommen oder transportiert werden kann. Allein in Deutschland entstanden dadurch 2024 Entschädigungszahlungen von knapp 600 Millionen Euro. Gleichzeitig steigt der Bedarf an flexiblen Speicherlösungen, um Versorgungssicherheit bei schwankender Einspeisung sicherzustellen.

Sehen Sie hier auch eine Diskussion an unserem Messestand auf der Husum Wind 2025.

Die Marktentwicklung zeigt die Dynamik des Sektors: Die weltweit installierte Batteriekapazität ist innerhalb von gut zehn Jahren von unter einem Gigawatt auf mehr als 155 Gigawatt gestiegen. Die jährlichen Investitionen in Speichertechnologien lagen 2024 bei rund 60 Milliarden US-Dollar. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 weltweit rund 1.500 Gigawatt Speicherkapazität benötigt werden, um den Ausbau erneuerbarer Energien abzusichern. Für Deutschland prognostiziert das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bis 2030 einen Bedarf von 104 Gigawattstunden Speicherkapazität – etwa viermal so viel wie Ende 2025 verfügbar sein dürfte.

Wer sind die größten Hersteller? Hier ein Überblick über den globalen Windausbau 2025.

Für Betreiber und Planer eröffnen sich damit neue Geschäftsmodelle. Batteriespeicher werden zunehmend nicht nur als Puffer für Überschussstrom betrachtet, sondern auch als eigenständige Assets für Regelenergie, Peak-Shaving und die Vermarktung von Flexibilität. Entsprechend stark wächst das Interesse an skalierbaren und netzdienlichen Großspeichern (BESS).

Auf der Windenergy Hamburg werden deshalb neben klassischen BESS-Lösungen auch Steuerungs- und Vermarktungstechnologien gezeigt. Zu den angekündigten Ausstellern zählen unter anderem Sungrow Energy, Intilion, Entrix, Leoch Battery und Cubenergy. Thematisch reicht das Spektrum von modularen AC-Blocklösungen über KI-gestützte Speichervermarktung bis hin zu Recycling- und Batteriemanagementsystemen.

Ein Fokus liegt auf sogenannten grid-forming Technologien, die Batteriespeicher aktiv zur Netzstabilisierung einsetzen. Moderne Systeme übernehmen dabei Funktionen, die bislang überwiegend konventionellen Kraftwerken vorbehalten waren. Entscheidend ist dabei die präzise Steuerung des Ladezustands (State of Charge, SOC) sowie das intelligente Zusammenspiel mehrerer Speicherstränge.

Wie groß die Projekte inzwischen dimensioniert werden, zeigen aktuelle Referenzen aus Europa. In Schottland ging mit Blackhillock ein Großspeicher ans Übertragungsnetz, der Offshore-Windparks mit einer Leistung von 300 Megawatt absichert. Noch größere Dimensionen plant die Leag in der Lausitz mit einer „Gigabattery“ von 1.000 Megawatt Leistung und 4.000 Megawattstunden Speicherkapazität.

Die Windenergy Hamburg vom 22. bis 25. September 2026 erwartet mehr als 1.600 Aussteller und rund 43.000 Fachbesucher aus etwa 100 Ländern. Neben dem neuen Schwerpunkt Energiespeicher stehen Onshore- und Offshore-Windenergie, Netzintegration sowie digitale Infrastruktur im Fokus der Messe.