Im Internatsgebäude des Mukuru Promotion Centres in der kenianischen Hauptstadt Nairobi war warmes Wasser jahrelang ein Luxus. Doch mit dem Einzug der Energiewende in das Gebäude hat sich dies geändert. Inzwischen liefert eine Solaranlage den Strom für den Betrieb einer solarelektrischen Direktheizung, die Warmwasser für die im Center untergebrachten 50 Straßenkinder bereitstellt – unabhängig vom instabilen Stromnetz Kenias.
Erste Lösung war nicht stabil
Die Kinder mussten bisher kalt duschen. Doch die Installation von neun Solarmodulen mit einer Leistung von 4,05 Kilowatt auf dem Dach des Gebäudes brachte die Wende. Die ursprüngliche Idee war, diese Solaranlage mit dem Stromnetz in Nairobi zu koppeln. Sie sollte Warmwasser in einem Boiler mit einem Volumen von 1.000 Litern auf 60 Grad Celsius halten und gleichzeitig den Strombedarf des Internats für Straßenkinder decken.
Doch für eine solche Lösung hat sich das Stromnetz in Nairobi als zu unzuverlässig erwiesen. Denn die Lösung basierte darauf, dass die Warmwasserbereitung nur funktionierte, wenn das Stromnetz verfügbar war. Zudem konnte die Solaranlage in diesem Fall die Warmwasserbereitung nicht komplett abdecken. Dadurch musste Strom aus dem Netz bezogen werden.0
Unabhängigkeit vom wackeligen Stromnetz
My PV
Reinhard Krall, technischer Leiter des Mukuru Promotion Centres und ehemaliger österreichischer Entwicklungshelfer, suchte nach einer Alternative. Die Lösung kam aus Österreich. „Ein ehemaliger Mitarbeiter des österreichischen Non-Profit-Dienstleisters BBM riet mir, My PV zu kontaktieren“, berichtet er. „Die netzautarke Lösung bietet genau die Sicherheit, die wir brauchen – trotz der zahlreichen Stromausfälle in Kenia.“
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So wurde als Lösung ein Leistungssteller Sol Thor von My PV installiert. Dieser verteilt die Leistung aus der Solaranlage so, dass das Maximum des Sonnenstroms vor Ort genutzt wird. Überschüsse – im Falle der Anlage in Nairobi der Großteil des Solarstroms – fließen in einen Heizstab, der herkömmlichen Wechselstrom nutzt. Diesen wiederum liefert der Wechselrichter der Photovoltaikanlage. Der Heizstab heizt den Warmwasserboiler auf und arbeitet komplett unabhängig vom Stromnetz. Der Boiler wiederum versorgt zwei Badezimmer mit jeweils vier Duschen mit Warmwasser, das die 50 Straßenkinder jederzeit nutzen können.
Viel Sonne fürs Warmwasser
Der Vorteil: Kenia liegt nur wenige Kilometer südlich des Äquators. Die Sonne scheint hier fast doppelt so lang wie in Österreich oder Süddeutschland. Dadurch ist viel Energie vorhanden, die der Sol Thor nutzen kann. „Für unsere Kinder ist das warme Wasser ein Geschenk, das man nicht in Geld aufwiegen kann. Die Sonne ist verlässlich – und der Sol Thor verwaltet sie perfekt“, betont Reinhard Krall.