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Wärmemarkt: Erneuerbare Energien legen zu, doch Anteil steigt nur langsam

Die im Wärmesektor genutzte erneuerbare Energiemenge nahm 2025 um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Nach Angaben der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bei 19,0 Prozent – nur 0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 18,2 Prozent. Der moderate Anstieg erklärt sich durch die kühlere Witterung, die gleichzeitig auch zu einem deutlich gestiegenen Einsatz fossiler Energieträger führte.

Biomasse dominiert weiterhin

Mit einem Anteil von knapp 84 Prozent blieb die Biomasse mit Abstand die wichtigste erneuerbare Wärmequelle. Die gesamte aus Biomasse bereitgestellte Wärmemenge stieg von 166,8 Terawattstunden im Jahr 2024 auf 175,3 Terawattstunden im Jahr 2025. Mit über drei Vierteln stellte die feste Biomasse – überwiegend Brennholz und andere energetisch genutzte Holzsortimente – den größten Anteil mit 136,2 Terawattstunden. Danach folgte die Wärmebereitstellung aus Biogas und Biomethan mit 19,9 Terawattstunden sowie biogenem Abfall mit 14,4 Terawattstunden.

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Der Anstieg der Biomassenutzung war vor allem auf den höheren Heizwärmebedarf infolge der kühleren Witterung zurückzuführen. Holzeinsatz, gasförmige und flüssige Biobrennstoffe sowie biogener Abfall erzeugten etwa fünf Prozent mehr erneuerbare Wärme als im Vorjahr.

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Wärmepumpen als Wachstumstreiber

Der Markt für Wärmepumpen erholte sich 2025 deutlich. Laut Bundesverband Wärmepumpe waren erstmals knapp die Hälfte aller von Herstellern gelieferten Wärmeerzeuger in Deutschland Wärmepumpen. Mit rund 299.000 verkauften Heizungswärmepumpen wurden 55 Prozent mehr Anlagen abgesetzt als im Vorjahr. Der Absatz von Brauchwasserwärmepumpen stieg um 20 Prozent auf insgesamt 49.500 Stück.

Die Wärmenutzung aus Geothermie und Umweltwärme – vornehmlich durch elektrische Wärmepumpen – stieg um 17 Prozent auf 25,4 Terawattstunden. Der Gesamtbestand von Wärmepumpen erhöhte sich um etwa 15 Prozent auf rund 2,2 Millionen Anlagen. Geothermie und Umweltwärme machen inzwischen etwa 12 Prozent der erneuerbaren Wärme aus.

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Solarthermie weiter rückläufig

Bei der Solarthermie setzte sich der rückläufige Trend fort. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft lag die 2025 neu installierte Kollektorfläche mit etwa 151.500 Quadratmetern nochmals unter dem Niveau der bereits zubauschwachen Vorjahre. Unter Berücksichtigung des Rückbaus von Altanlagen sank die insgesamt installierte Kollektorfläche von 22,2 auf 21,8 Millionen Quadratmeter.

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Die im Jahr 2025 überdurchschnittlich hohe Globalstrahlung führte dennoch zu einem Anstieg der solarthermischen Wärmeerzeugung. Sie lag mit 9,2 Terawattstunden etwa fünf Prozent über dem Wert des Vorjahres, trotz des abnehmenden Anlagenbestands.

Die Entwicklung im Wärmesektor zeigt, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien nur langsam vorankommt. Während Wärmepumpen als Wachstumstreiber fungieren, bleibt die Abhängigkeit von Biomasse hoch. Die verhaltene Dynamik im Wärmesektor bremst die Erreichung der Klimaschutzziele insgesamt. Um auf den im Nationalen Energie- und Klimaplan vorgesehenen Zielpfad einzuschwenken, muss sich das Tempo des Umstiegs auf erneuerbare Energien signifikant erhöhen.