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Offshore USA

2,6-GW-Windpark und Zwölf-MW-Turbine für die Ostküste

Die Investoren der Offshore-Windparks in den USA nehmen zunehmend auch neue Groß-Dimensionen in Angriff.

Inhaltsverzeichnis

Tilman Weber

Der Energieversorger Dominion Energy schrieb nun einen Antrag, um mit dem regionalen Netzbetreiber PJM vor der Küste des Bundesstaates Virginia einen gigantischen Windpark im Meer mit mehr als 220 Turbinen ans Netz anschließen zu können und den Strom in den Ostküstenstaat an Land zu transportieren. Die für das Projekt konzipierten 2,6 Gigawatt (GW) Erzeugungskapazität würden nicht nur zum bis dahin größten Projekt unter den bisherigen Offshore-Windkraftvorhaben der USA führen. Dominion Energy gab die Antragsstellung nämlich im zeitlichen Zusammenhang zu den Ausbauplänen des Bundesstaats von rund 2,5 GW Offshore-Windkraft bekannt. Der regierende Gouverneur Virginias, Ralph Northam, unterzeichnete gerade die offizielle Verfügung, mit der Virginia das dort beschlossene Ausbauziel von 2,6 GW Offshore-Windkraft nun festschreibt. Der Dominion-Energy-Vorstoß zielt somit darauf ab, den gesamten mittelfristigen Bedarf an Offshore-Windkraft des Bundesstaates mit einem Projekt abzudecken.

Inbetriebnahmen in drei Abschnitten ab 2024

In drei Abschnitten von jeweils 880 Megawatt (MW) will der derzeit schon zwei Offshore-Pilotwindenergieanlagen vor Virginia errichtende Energieversorger den Gigawatt-Windpark entstehen lassen. Jeweils im Abstand von einem Jahr sollen diese Windparkdrittel gemäß der Planung in Betrieb gehen: 2024, 2025 und 2026. Das von Dominion Energy gepachtete Windfeld erstreckt sich wie ein Band ab 27 Kilometer Entfernung vor der Küste Virginias auf einer Fläche von 112.800 Quadratkilometern. Derzeit investiert Dominion Energy an anderer Stelle vor Virginia in die Errichtung zweier Sechs-MW-Windturbinen – und kooperiert dabei mit dem dänischen Projektentwickler Ørsted. Sie werden als Pilotanlagen offenbar wichtige Daten zur weiteren Planung des nun prüfenden Großprojektes liefern können. Für 2020 ist der Netzanschluss beider Pilotturbinen geplant.

Ørsted bestellt weltgrößte Anlage

Währenddessen hat Ørsted für die eigenen Offshore-Windparkprojekte Ocean Wind vor New Jersey mit 1,2 GW Erzeugungskapazität und Slipjack vor Maryland mit 120 MW sich auf die neue 12-MW-Turbine von GE als Technologie vorläufig festgelegt. Die Windparks sollen 2024 und 2022 in Betrieb gehen.