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Arbeitsmarkt

Windbranche erwartet weiteren Abbau von Arbeitsplätzen

Laut einer Befragung der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung unter Betriebsräten bewertet die Mehrheit die Marktaussichten für die Branche negativ. In fast 40 % der Betriebe erwarten die Betriebsräte noch dieses Jahr einen Personalabbau.

 - Service und Wartug (im Bild Servicetechniker der DWT) können noch volle Auftragsbücher vorweisen.
Service und Wartug (im Bild Servicetechniker der DWT) können noch volle Auftragsbücher vorweisen.
Foto: DWT

Im Auftrag der IG Metall Küste hat die Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS) aus Bremen Betriebsräte von Unternehmen der Windenergiebranche befragt. Demnach erwarten diese in fast 40 % der Unternehmen bis Ende des Jahres einen Personalabbau. Dort, wo die Betriebsräte den erwarteten Beschäftigungsrückgang beziffern konnten, sollen noch 2018 648 Arbeitsplätze wegfallen. Das wären knapp 10 % aller Arbeitsplätze in diesen Betrieben.

Weiter erwarten 65 % der Betriebsräte eine negative Marktentwicklung. Das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Befragungen vor vier Jahren. Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe ist mit 86 % noch zufriedenstellend, aber die Auftragsentwicklung geht für die folgenden Jahre außer im Bereich Service und Wartung deutlich zurück.

Obwohl aktuell noch 40 % aller Betriebe eine Auslastung von 100 % und mehr aufweisen, gehen fast 50 % der befragten Betriebsräte für die kommenden zwei Jahre von einer negativen Auftragsentwicklung aus. Bei den Betrieben, die auch für die Jahre 2019 und 2020 von einer Auslastung von 100 % ausgehen, handelt es sich fast ausschließlich um Betriebe, die im Bereich Service amp; Wartung tätig sind.

Kostendruck setzt der Branche zu

„Die Auswirkungen auf die Beschäftigten sind dramatisch. Sie spüren den Kostendruck durch die neu eingeführten Ausschreibungen“, sagt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Durch den Kahlschlag in einigen Unternehmen verliert die Branche wichtiges Know-how und damit ihren Vorteil im internationalen Wettbewerb“, führt er weiter aus. Seit Anfang vergangenen Jahres seien bereits mehr als 2.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Unter anderem hat Senvion ein Werk in Husum, Powerblades eines in Bremerhaven und Carbon Rotec eines in Lemwerder geschlossen. Laut der Befragung wird sich diese Tendenz fortsetzen.

32 Unternehmen haben sich an der Befragung beteiligt. Sie repräsentieren zusammen rund 20.000 Beschäftigte aus dem gesamten Bundesgebiet. 26 Betriebe erzielen mindestens die Hälfte ihres Umsatzes im Windbereich. In 16 dieser Betriebe resultiert der gesamte Umsatz aus dem Windbereich. Konzernzugehörige Betriebe machen mit 84 % den Großteil der erfassten Betriebe aus.

(Katharina Garus)