Foto: Baywa r.e.

Finanzierung

Baywa RE auf Wachstumkurs mit frischem Kapital

Baywa RE setzt Kapitalerhöhung um und holt Schweizer EIP als Investor an Bord, um mittelfristig eigene Wind- und Solarparks mit drei Gigawatt zu betreiben.

Nicole Weinhold

Die Baywa RE Renewable Energy GmbH weitet ihre Geschäftsaktivitäten Dank ihres neuen Partners aus. Energy Infrastructure Partners (EIP), ehemals Credit Suisse Energy Infrastructure Partners, haben den Bayern jetzt nach einjähriger Verlobung, das Ja-Wort gegeben. Klartext heißt das: Investor für eine geplante Kapitalerhöhung bei der Baywa RE wird EIP im Zuge der Übernahme einer Beteiligung von 49 Prozent durch Fonds, die von EIP beraten werden.

Größte Transaktion in der Unternehmensgeschichte

So fließt der Baywa RE eine Eigenkapitaleinlage in Höhe von 530 Millionen (Mio.) Euro zu. Die Baywa AG bleibt mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafterin der Baywa RE. „Die Kapitalerhöhung bei der Baywa RE ist die größte Transaktion in der Unternehmensgeschichte der Baywa“, sagt Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der Baywa AG. Zusammen mit einem 2019 platzierten Green Bond habe das Unternehmen so in weniger als zwei Jahren 1,03 Milliarden (Mrd.) Euro am Kapitalmarkt für das Geschäftsfeld Regenerative Energien akquiriert. Die Durchführung der Kapitalerhöhung steht unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Freigaben.

Es zeige sich, dass das Unternehmen sich vor elf Jahren auf den richtigen Weg gemacht habe, so Klaus Lutz: „In nur einer Dekade entwickelte sich die Baywa RE zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, das heute mit mehr als einer Mrd. Euro am Markt bewertet wird.“ Dank Matthias Taft, der derzeit noch für das Segment Energie verantwortliche Vorstand der Baywa AG, sei Baywa RE zum erfolgreichen Wind- und Solarparkplaner geworden, sagt der Baywa CEO. Unter seiner Führung hätten sich die Gewinne jährlich erhöht. Baywa RE hat Projekte an 85 Standorten in 27 Ländern und beschäftigt 2.550 Mitarbeiter.

Pensionskassen und Vorsorgewerke

EIP passe gut zu Baywa, weil beide Unternehmen konservativ seien, so Lutz. EIP sei auf langfristige Investitionen im Energiesektor spezialisiert, erklärt Roland Dörig, Mitgründer und Managing Partner von EIP. Er kommentiert: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Baywa RE.“ In den vergangenen drei bis vier Jahren, habe man sich vergleichbare Unternehmen angeschaut - und nun habe man mit Baywa RE den Eindruck, diese Plattform sei erfolgversprechend. EIP sei Vermögensverwalter u.a. für Pensionskassen und Vorsorgewerke, verfüge über drei Milliarden Euro verwaltetes Kapital und vier Gigawatt an erneuerbaren Energien. EIP ist unter anderem Partner von Statkraft für Onshore-Wind, RWE für Offshore-Projekt Arkona und für Norwegens Offshore-Firma Equinor.

Ziel sei es, so Lutz, das Unternehmen zu einem IPP (Independent Power Producer) weiterzuentwickeln. Konkret will Baywa RE Solar- und Windkraftwerke in einem Gesamtumfang von mittelfristig bis zu drei Gigawatt selbst betreiben. Derzeit sind es 700 MW. Im Jahr 2023 sollen 23 Prozent des Geschäfts aus IPP stammen und 56 Prozent aus der Projektentwicklung. Damit wollen die Bayern das Portfolio breiter aufstellen und die Planbarkeit des Ergebniswachstums erhöhen. Der Strom aus dem eigenen Kraftwerkspark soll zunehmend unabhängig von einer Vergütung im Rahmen von Stromlieferverträgen, kurz PPA (Power Purchase Agreements), langfristig an große, zum Teil institutionelle Abnehmer vermarktet werden.

13,6 Gigawatt Projektpipeline

Im Rahmen der Kapitalerhöhung wird das Stammkapital der Baywa RE durch die Ausgabe von neuen Anteilen entsprechend erhöht. Zum Bezug der neuen Anteile ist nur der Investor berechtigt. Die Baywa RE wird weiterhin innerhalb des Konzerns vollständig konsolidiert. Nach Eintragung der Kapitalerhöhung wird die Baywa RE GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. CEO der neuen Baywa RE AG wird Matthias Taft.

BayWa RE ist ein globaler Entwickler, Dienstleister, Großhändler und Anbieter von Energielösungen im Bereich der erneuerbaren Energien und verfügt mit 13,6 Gigawatt über eine Projektpipeline vor allem in Europa, den USA und der Asien-Pazifik-Region, die sich zu 60 Prozent aus Solarprojekten und entsprechend 40 Prozent Windprojekten zusammensetzt.