Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Deutschlands westliche Nachbarn loben noch schnell 12 Gigawatt Meereswindkraft aus

Wie das französische Vielzweck-Ministerium für Wirtschaft, Finanzen, Industrie und digitale Souveränität nun bekannt gab, sollen die bisher als getrennte Runden für 2026 vorgesehenen Ausschreibungen AO9 und AO10 nun zusammen und zeitgleich weitere 10 Gigawatt (GW) Windkraft auf See ausloben. Dabei soll die Ausschreibung offenbar in verschiedenen Verfahren erfolgen, die jeweils auf die technologischen Bedingungen gemünzt Windparks auf am Seeboden abgestellten und auf schwimmenden Unterwasserfundamenten mit Vergütungszuschlägen versehen. Für beide Technologien sieht das Ministerium nun Ausschreibungsvolumen von jeweils 5 GW vor. Die Regierung in Paris will damit sechs Schwimmwindparks mit Erzeugungskapazitäten in die See schieben – drei in Bereichen zwischen 400 oder 450 bis 550 MW und drei zwischen 1,2 und 2 GW. Außerdem sieht sie die Ausschreibung von drei Windparks mit auf dem Seeboden aufgeständerten Anlagen vor. Diese sollen zwei Mal 2 GW und einmal mindestens 1 bis 1,25 GW groß werden.

Die geplante Großausschreibung geht einher damit, dass die Regierung zugleich ein neues Ausschreibungssystem entwickelt, das die Vergütung wie von der Europäischen Union (EU) gewünscht auf eine feste Höhe festlegen und eventuelle Übergewinne aus dem kurzfristigen Stromhandel abschöpfen lässt. Das neue Verfahren beruht auf einem Prinzip sogenannter Differenzverträge, international als CFD abgekürzt. Zudem wird es EU-Vorgaben folgen, wonach neue Kriterien von den Ausschreibungsgeboten einen höheren Anteil an einheimischer oder zumindest europäischer Wertschöpfung der Windparktechnik fordern.

Die Niederlande lassen nun ebenfalls eine im Volumen verdoppelte Ausschreibungsrunde noch 2026 erwarten. Allerdings will die Regierung in Amsterdam nur zwei Gigawatt statt wie zuvor noch geplant nur ein Gigawatt Offshore-Windkraft neu ausschreiben. Wie Frankreich, aber auch Deutschland hatten die Niederlande zuletzt einen Misserfolg bei den Offshore-Windkraft-Ausschreibungen einräumen und darauf reagieren müssen, nachdem eine Auktionsrunde an ausbleibenden Geboten gescheitert war.

Wie das niederländische Wirtschafts- und Klimaministerium nun ankündigte, sollen Projektentwickler nicht nur wie schon vorgesehen für die Windparkzone Jmuiden Ver Gamma-A, sondern auch für die Teilzone Jmuiden Ver Gamma-B mit jeweils einem Gigawatt noch 2026 Gebote abgeben. Die Entscheidung über die Vergütungszuschüsse werde die zuständige Agentur RVO dann Anfang 2027 bekannt geben.

Dabei werden die Niederlande mit einem für die Bieter besser wirtschaftlich abgesicherten Gebotsverfahren als zuvor die neuen Kapazitäten ausschreiben. Das Land passt in einer Vorstufe damit die Ausschreibungsbedingungen noch einmal an, bevor die Regierung 2027 ein anderes Ausschreibungssystem nach den neuen EU-Vorgaben für die CFD-Vergütung starten will. Damit wird die niederländische anders handeln, als es die deutsche Regierung derzeit noch plant: Sie will erst 2027 mit dem geplanten Beginn neuer CFD-Regeln neu ausschreiben und 2026 bei Offshore-Windkraft-Zuschlägen pausieren.