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Bundesnetzagentur

Monitoring: Cleveres Netzmanagement entlastet Freileitungen

Der Bedarf an Netzreservekapazität sinkt 2019 wegen effizienter Netzauslastung und steigt 2022 wegen neuer europäischer Verordnung.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Es geht also doch: Der Netzbedarf ist nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) zwischenzeitlich gesunken - unter anderem weil endlich das witterungsabhängige Freileitungsmonitoring in größerem Stil umgesetzt wurde. Dabei wird die Leitungsauslastung der Außentemperatur angepasst.

Bedarf Netzreservekraftwerke

Zudem hat die Fertigstellung der Leitungen Hamburg/Nord-Dollern, Elbekreuzung, St. Peter-Norf, Wehrendorf-St. Hülfe sowie Fellerhöfe-St. Tönies wie erwartet dazu beigetragen, den Netzreservebedarf zu senken. "Der Bedarf an Erzeugungskapazitäten aus Netzreservekraftwerken liegt im Winter 2019/2020 bei 5.126 Megawatt. Verglichen mit dem für den vergangenen Winter festgestellten Bedarf in Höhe von 6.600 Megawatt reduziert sich der Netzreservebedarf um 1.474 Megawatt", heißt es bei der BNetzA. Für den diesmal betrachteten Winter 2022/2023 beträgt der Netzreservebedarf 10.647 Megawatt.

Neue europäische Stromhandelsverordnung

Der deutliche Anstieg gegenüber dem Winter 2019/2020 liegt daran, dass nach der neuen europäischen Stromhandelsverordnung von 2019 der Umfang an Transportkapazitäten, der Stromhändlern für den grenzüberschreitenden Stromhandel zur Verfügung steht, in den nächsten Jahren schrittweise erhöht werden muss. "Die erfolgreiche Umsetzung des geplanten Netzausbaus bleibt wesentliche Bedingung dafür, die erwarteten Steigerungen infolge der verpflichtenden Kapazitätssteigerungen an den Grenzen bis zum Jahr 2025 zu dämpfen und langfristig die Netzreserve abzulösen", so die BNetzA.

Ultranet

In dem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Bundesnetzagentur das Bundesfachplanungsverfahren für einen weiteren Teil der Stromleitung Ultranet abgeschlossen hat. Die Entscheidung bezieht sich auf den südlichen, ca. 40 km langen Abschnitt in Baden-Württemberg von Mannheim-Wallstadt nach Philippsburg. Die Gleichstromverbindung soll weitestgehend auf bestehenden Freileitungsmasten realisiert werden.

Außerdem hat die Bundesnetzagentur die Planungsunterlagen für den letzten von vier Abschnitten zum SuedOstLink erhalten. Der vorgeschlagene Korridor verläuft insbesondere durch Sachsen-Anhalt und weicht mehrmals vom bisher geplanten Verlauf ab.

Die von 50Hertz und TenneT eingereichten Unterlagen betreffen einen Abschnitt beginnend in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und endend im Raum Naumburg/Eisenberg.

Freileitung geprüft

Die Vorhabenträger haben in diesem Planungsabschnitt auch eine Ausführung als Freileitung geprüft. Anlass dafür waren mehrere Prüfverlangen von Landkreisen und Gemeinden. Im Ergebnis wird für zwei Teilabschnitte eine Ausführung als Freileitung vorgeschlagen. Diese liegen zwischen Wolmirstedt und Magdeburg sowie südlich davon.

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