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Große EU-Wertschöpfung durch nächste europäische Offshore-Windparks

Schon am zweiten Februartag meldete das belgisch-niederländische Joint Venture HSI, dass die zweite Umspannplattform für den deutschen Ostseewind-Meereswindpark Gennaker aus der Fertigungshalle in Schiedam gerollt sei. Dort stellte das Tochterunternehmen HSM Offshore Energy des im französischen Eiffage-Baukonzern eingegliederten Offshore-Stahlbauunternehmens Smulders die Offshore-Trafostation OSS Zingst her. Die erste Umspannplattform für Gennaker, OSS Darß, war bereits im September 2025 aus der Smulders-Fertigungshalle in Vlissingen, ebenfalls in den Niederlanden, gerollt. Der 976.5-Megawatt-Windpark Gennacker soll bis Mitte 2028 vor der Halbinsel Darß-Zingst in Betrieb gehen.

Insgesamt drei Mal „Made in EU“ auf dem Weg

Am Dienstag meldete Energiekonzern RWE die Fertigstellung der beiden Umspannwerke für seinen Nordsee-Offshore-Windpark Nordseecluster A in der bretonischen Hafenstadt Saint-Nazaire. Wie schon im Fall des Skyborn-Renewables-Projekts Gennaker kommt die Wertschöpfung dem Industriestandort eines Landes in der Europäischen Union (EU) zugute. Dort hatte sie Chantiers de l’Atlantique gefertigt. Sie sollen Ende des Monats von Frankreich aus in die See stechen, um 50 Kilometer nördlich der ostfriesischen Insel Juist auf die dort schon fertig errichteten Fundamente zu kommen. Der Windpark mit 660 Megawatt (MW) soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Am Mittwoch folgte die Mitteilung über die Ankunft der ersten zwei Ladungen mit je drei XXL-Monopiles für das britische Nordsee-Gigawatt-Windfeld Hornsea 3 im nordenglischen Hafen Teesworks. Gefertigt hatte sie Haizea in Bilbao. Mit 2,9 Gigawatt (GW) soll Hornsea 3 ebenfalls 2027 den Betrieb aufnehmen. Die ersten der 90 Meter langen Monopiles beziehungsweise säulenförmigen Unterwasserfundamente für die 197 geplanten Turbinen hatten schon im vergangenen Jahr die Fertigungshalle im EU-Land Spanien verlassen.

Zwei Mal Großkomponentenfuhren aus Asien

Am Montag und am Dienstag waren diesen Lieferungen für den europaweiten Offshore-Windkraft-Ausbau aus EU-Fertigung zwei nichteuropäische Großkomponenten-Fuhren für einen künftigen schottischen und einen künftigen deutschen Offshore-Windkraft-Standort vorausgegangen. So lud das Transport- und Bauunternehmen Mammoet am Montag in Dubai das gittermastförmige Jacket-Fundament für Übertragungsnetzbetreiber Tennet für die Seeüberfahrt auf, das die Umspannplattform Borwin Kappa tragen soll. Deren Inbetriebnahme soll 2027 erfolgen. Dann soll sie den Strom des künftigen 980-MW-Windparks Nordlicht 1 an Land schicken. Das mit Borwin-Kappa beauftragte Unternehmen McDermott hatte die 5.461 Tonnen schwere Jacket-Unterwasserkonstruktion von 2023 an in der Jebel-Ali-Werft montiert. Mc Dermott ist ein US-Unternehmen.

Am Dienstag schloss der chinesische Zulieferer CNOOD-Wenchong Heavy Industries (CWHI) die Auslieferung der letzten 15 Adapter für das schottische Projekt Inch Cape ab, der so genannten Transition Pieces zwischen Fundament und Windturbinenturm. Im Hafen Leith lud das transportierende Schiff sie nun ab. Die ersten 15 Adapter hatte CWHI im November ausgeliefert. Die Monopiles und die weiteren Transition Pieces für den aus 72 Anlagen entstehenden Windpark kommen ebenfalls aus chinesischer Fertigung: 32 Monopiles lieferte CWHI schon bis Dezember aus. Zwei weitere chinesische Zulieferer waren mit Fertigung und Lieferung der anderen Hälfte der Transition Pieces und Monopiles beauftragt. Für das 1,1-GW-Projekt ist die vollständige Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen.

Fundamenteproduktionen für weiteren deutschen Nordseewindpark in Dänemark und Deutschland

Derweil vergab nun der schwedische Energiekonzern Vattenfall auch die zweite Hälfte des Auftrags zu Bau und Lieferung der Transition Pieces für das Nordsee-Projekt Nordlicht 1 und 2. Wieder kommt es der Wertschöpfung in einem Mitgliedsland der EU zugute. Am Dienstag bestellte Vattenfall beim dänischen Hersteller CS Wind Offshore noch die 44 Adaptersegmente für Nordlicht 2, nachdem Vattenfalls Bestellung auch der 68 Transition Pieces für Nordlicht 1 bei den Südskandinavieren vor einem Jahr eingegangen war. Das 1,6-GW-Windkraftfeld soll 2028 den Vollbetrieb starten, die Investitionsentscheidung für das gesamte Projekt hatte Vattenfall im Januar kurz nach der Baugenehmigung getroffen. Die Installation der Fundamente wird im dritten Quartal 2026 beginnen und bis 2027 andauern. Und diese Monopiles stellt bis dahin das Unternehmen EEW her – in Deutschland.

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