Drei Offshore-Unternehmen wollen ein neues, lärmarmes Installationsverfahren zum ersten Mal im 1:1-Maßstab testen. Die Energieunternehmen Vattenfall, EnBW und der Installationsspezialist IQIP haben eine Partnerschaft für die Einführung des Schallreduktionsverfahrens „EQ-Piling“ angekündigt.
Der neue Schalldämpfer soll erstmalig für die Installation eines Monopiles im EnBW-Windpark „Dreekant“ eingesetzt werden, teilten die drei Unternehmen mit. Die Installation des Demonstrations-Monopiles sei, vorbehaltlich der Erteilung der finalen Genehmigung, für den kommenden Monat geplant.
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Verlängerte Aufprallzeit sorgt für weniger Lärm
Beim EQ-Piling kommt als Rammwerkzeug ein großer Wassertank als Fallgewicht zum Einsatz. Dieser Tank, der bis zu 1.700 Tonnen Meerwasser fassen kann, wird durch Hydraulikzylinder angehoben und aus der voreingestellten Fallhöhe losgelassen. Er fällt auf Pufferzylinder, die die Aufprallkraft auf den Pfahl übertragen und diese gleichzeitig dämpfen, um die Aufprallzeit zu verlängern. Sie dauere 15 bis 20 mal länger als bei herkömmlichen Rammverfahren, was laut Website von IQIP zu einer gleichmäßigen Energieübertragung auf den Monopile und damit zu deutlich reduzierten Geräuschpegeln führt.
Der Lärm, der bei den Rammarbeiten für Offshore-Windenergieanlagen entsteht, gilt als gefährlich für viele Meeresbewohner. Besonders Schweinswale gelten als bedrohte Art, denn zu laute Unterwassergeräusche können ihr Gehör kurzfristig beeinträchtigen und ihre Kommunikation stören. Lange andauernder und sehr lauter Lärm kann sogar lebensbedrohlich für die Tiere sein. Um den Unterwasserschall, der beim Errichten einer Windkraftanlage entsteht, einzudämmen, gibt es bereits verschiedene technische Verfahren. Blasenschleier sind dabei laut Bundesverband Offshore Windenergie die derzeit gebräuchlichste Schallschutzmaßnahme in Deutschland. Dabei dämpfen kleine Luftblasen, die aus Schläuchen um die Baustelle aufsteigen, die Ausbreitung des Schalls.
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„Mit der Installation eines Monopiles in voller Größe werden wir zeigen, dass EQ-Piling sein Versprechen einlöst, deutlich leiser zu sein“, sagte IQIP-CEO Robert Diepenbroek. „Zudem ermöglichen wir eine Reduktion der CO₂-Emissionen, da zusätzliche Blasenschleier und die dafür erforderlichen Schiffe entfallen.“ Nach der Offshore-Installation des Test-Monopiles werde EQ-Piling bereit für den Einsatz in kommenden Offshore-Windprojekten sein, kündigte Diepenbroeck an.