Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Wilhelmshaven wird zum regelmäßigen Anlaufpunkt für die Offshore-Windenergie: Seit Anfang Juli versorgt die Jade Dienst GmbH im Auftrag von Vattenfall die Offshore-Windparks Dan Tysk und Sandbank in der Nordsee. Im 14-tägigen Rhythmus werden vom Inneren Hafen aus Ersatzteile, Versorgungsgüter und weiteres Material für den Betrieb der Windparks verladen. Zudem wickelt Wilhelmshaven künftig die Besatzungswechsel der Techniker und Schiffscrew ab.
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Den Auftakt bildete am 1. Juli der Erstanlauf des Spezialschiffs MV Acta Auriga. Das 93,4 Meter lange Versorgungsschiff wurde an den Anlagen der Jade Dienst im Inneren Hafen in wenigen Stunden gelöscht und wieder beladen. Die beiden versorgten Windparks liegen rund 70 Kilometer (DanTysk) beziehungsweise 90 Kilometer (Sandbank) westlich von Sylt in der Nordsee.
Wilhelmshaven als Energiedrehkreuz mit Schwerpunkt Netzanschluss
Mit dem neuen Auftrag wächst die Bedeutung Wilhelmshavens für die Offshore-Windenergie weiter – allerdings in einer anderen Rolle als andere norddeutsche Häfen. Während in Cuxhaven vor allem Großbauteile wie Rotorblätter, Türme und Nacellen für den Aufbau neuer Windparks umgeschlagen werden, konzentriert sich Wilhelmshaven auf Versorgungslogistik und Netzinfrastruktur.
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Der Jade-Weser-Port ist Deutschlands einziger Tiefwasserhafen und wird schrittweise in die Energie- und Logistiknetzwerke für Offshore-Wind eingebunden. Über neue Bahn- und Containerverbindungen, etwa den Shuttle zwischen Wilhelmshaven und Hamburg, ist der Hafen an wichtige Wirtschafts- und Industriezentren angebunden. Die Wilhelmshavener Hafenwirtschaft drängt auf eine zweite Ausbaustufe des Jade-Weser-Ports, um ihn künftig auch als Errichter- und Basishafen für Offshore-Wind nutzen zu können – als Lager- und Umschlagplatz für Offshore-Komponenten mit eigenen Montageflächen.
Vier Gigawatt Offshore-Leistung werden in Wilhelmshaven eingespeist
Besonders wichtig ist Wilhelmshavens Rolle als Anlandungs- und Einspeisezentrum für Offshore-Strom. In Sengwarden bei Wilhelmshaven baut der Netzbetreiber Tennet einen zentralen Netzverknüpfungspunkt, an dem bis zu vier Gigawatt Offshore-Windleistung aus der Nordsee ins Höchstspannungsnetz eingespeist werden. Durch diese Netz- und Umspanninfrastruktur wird Wilhelmshaven – im Verbund mit dem Energy Hub Port of Wilhelmshaven – zu einem Energiedrehkreuz, über das vor allem die elektrische Seite der Offshore-Windkraft abgewickelt wird: Stromfluss, Konverter und Umspannwerke.
Millioneneinnahmen aus Gewerbesteuer
Ab 2026 erhält Wilhelmshaven zudem die Gewerbesteuer für alle Offshore-Windparks vor Niedersachsen. Damit werden erhebliche Offshore-bezogene Einnahmen über den Standort abgewickelt – für 2026 werden rund 110 Millionen Euro erwartet. Ein Teil dieser Mittel verbleibt in Wilhelmshaven, der Rest fließt über den kommunalen Finanzausgleich an andere Kommunen und das Land.
Die Aufgabenteilung zwischen den norddeutschen Häfen zeichnet sich damit klar ab: Cuxhaven bleibt zentraler Umschlaghafen für Großbauteile beim Aufbau neuer Offshore-Windparks. Wilhelmshaven entwickelt sich parallel zum Versorgungsstandort für den laufenden Betrieb und zum Knotenpunkt für die Netzanbindung der Offshore-Windenergie. Mit dem Vattenfall-Auftrag für die Jade Dienst GmbH wird diese Rolle nun konkret mit Leben gefüllt.