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21,5 Millionen Euro von Wind- und Solarfirmen für Kommunen

Die Energiewende bringt nicht nur neue Anlagen, sondern auch bares Geld in die Kassen vor Ort – und das in wachsendem Umfang. Was lange als freiwillige Leistung galt, entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil der Projektkalkulation: die finanzielle Beteiligung von Kommunen an Wind- und Solarparks. Neue Zahlen zeigen, wie stark dieser Mechanismus inzwischen greift – und warum er politisch weiter an Bedeutung gewinnt.

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Im Jahr 2025 haben Betreiber von Wind- und Photovoltaikanlagen mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag an Städte und Gemeinden ausgeschüttet. Node Energy, ein Unternehmen für digitale Geschäftsmodelle, verwaltet mit der Software Opti-Node Cockpit über 14.000 Anlagen beziehungsweise 5.000 Betreibergesellschaften von mehr als 900 Kunden. Allein diese Kunden überwiesen laut aktuellen Auswertungen mehr als 21,5 Millionen Euro an rund 1.200 Kommunen. Grundlage waren Beteiligungen an etwa 3.000 Anlagen.

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Dabei zeigt sich ein klarer Trend: Immer mehr Bundesländer machen die formal freiwillige Abgabe von Regenerativparkbetreibern an Kommunen zur Pflicht. Mehr als ein Fünftel der rund 14.000 Anlagen im Portfolio von Node Energy nutzt entsprechende digitale Lösungen zur automatisierten Abwicklung der Zahlungen.

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Allerdings offenbart der Blick in die Zahlen auch eine zentrale Motivation der Betreiber: Rund 79,5 Prozent der an Kommunen ausgezahlten Beträge sind über Netzbetreiber erstattungsfähig. Entsprechend dürfte ein Großteil der Zahlungen nur deshalb fließen, weil die finanzielle Belastung für Betreiber letztlich begrenzt bleibt. Nur etwa 20 Prozent der Beträge stammen aus nicht erstattungsfähigen Anteilen.

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Gleichzeitig ist der organisatorische Aufwand erheblich. Im Durchschnitt beteiligt eine Anlage gleich vier Kommunen, während jede Kommune Zahlungen von mehreren Betreibern erhält. Das führt zu komplexen Abrechnungsprozessen – von der Erstellung der Gutschriften bis hin zur Dokumentation und Beantragung der Erstattung bei Netzbetreibern. Ohne digitale Unterstützung wird das schnell unübersichtlich.

„Die Energiewende funktioniert nur, wenn sie wirtschaftlich für Betreiber und gleichzeitig sichtbar für Kommunen ist“, erklärt Falco Meyer-Hübner, Experte für die kaufmännische Betriebsführung bei Node Energy. „Die Beteiligung nach § 6 EEG schafft genau diesen Ausgleich. Betreiber können Projekte effizient und rechtssicher betreiben, während Kommunen transparent an den Erlösen der Anlagen beteiligt werden.“ Zugleich betont er die Bedeutung digitaler Prozesse: „Es geht um zu viel Geld, um den Prozess in einem fehleranfälligen, manuellen, excel-basierten Verfahren abzuwickeln.“

Parallel verschiebt sich der regulatorische Rahmen. Zwar ist die Abgabe an Kommunen nach §6 EEG formal weiterhin freiwillig, doch immer mehr Bundesländer machen sie faktisch zur Pflicht. Bayern ist hier einen entscheidenden Schritt gegangen: Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Regelungen, die die Beteiligung deutlich stärken. Auch Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben ihre Gesetze entsprechend angepasst.

Damit wird aus einem freiwilligen Instrument zunehmend ein verbindlicher Bestandteil der Energiewende. Für Kommunen bedeutet das planbarere Einnahmen – für Betreiber jedoch auch steigende Anforderungen an Prozesse, Transparenz und Compliance.