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Energiespeicher stabilisieren Strompreise und sparen Kosten bei der Energiewende

Batteriespeicher können die Preise an den Strombörsen stabilisieren. Sie sorgen dafür, dass sowohl negative als auch positive Preisspitzen abgeschnitten werden. Da sie den Strom zeitversetzt einspeisen, sorgen sie für 88 Prozent weniger Hochpreisstunden an der Börse. Aber auch die Betreiber der Ökostromanlagen profitieren. Denn durch die gesteuerte Einspeisung in Zeiten realen Verbrauchs steigt der Marktwert von Solarstrom um 35 Prozent. Dadurch müssen weniger Kilowattstunden über das EEG-Konto gewälzt werden, was bis zu 1,2 Milliarden Euro bei der Förderung der Energiewende einspart.

Strompreise sinken, Solarstrom wird wertvoller

Das sind die zentralen Ergebnisse einer Simulation durch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme im Auftrag des Bundesverbandes Energiespeicher (BVES) und des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (BNE). Die Freiburger Forscher haben sich dazu die realen Kauf- und Verkaufsgebotskurven des deutschen Day-Ahead-Strommarktes des Jahres 2025 angeschaut. Diese haben sie mit den Day-Ahead-Preisen verglichen, die sich aus der Verschiebung der Stromeinspeisung mit zusätzlicher Batteriespeicherleistung von zwei bis 20 Gigawatt bei einer jeweiligen Speicherdauer von zwei Stunden ergeben würden.

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Diese Simulation zeigt, dass 20 Gigawatt zusätzliche Batteriespeicherleistung die Zahl der Stunden mit Börsenstrompreisen über 200 Euro pro Megawattstunde von 169 auf 20 Stunden pro Jahr senken und gleichzeitig den Marktwert von Solarstrom erhöhen. So würden schon die Stunden mit negativen Preisen an der Strombörse von 575 auf 271 sinken. Unter anderem sorgt dies dafür, dass der durchschnittliche Marktwert für den Solarstrom von derzeit rund 45 auf 61 Euro pro Megawattstunde steigen würde.

Speicher machen das System flexibler

Da dies viel näher am eigentlichen Bedarf für den wirtschaftlichen Betrieb einer Solaranlage liegt, ergeben sich bei 20 Gigawatt zusätzlicher Speicherleistung 1,2 Milliarden Euro Einsparungen bei den Förderkosten. „Die Studienergebnisse zeigen sehr konkret, wie Speicher aus einem volatilen Stromangebot ein flexibleres System machen“, ordnet Urban Windelen, Geschäftsführer des BVES, die Studienergebnisse ein. „Wer über bezahlbaren Strom spricht, muss deshalb auch über Speicher sprechen“, betont er.

Basis sind reale Marktdaten

Der vom Fraunhofer ISE entwickelte Stromsimulator, mit dem die Einsparungen errechnet wurden, ist als festes Tool in die Energy Charts eingebunden, die das Freiburger Institut betreibt. Dort können online die aktuellen Preise am Strommarkt abgerufen werden – jetzt ergänzt um eine Kurve, die zeigt, wie dieser Preis mit mehr Speicherleistung und Speichervolumen aussehen würde. „Dabei modellieren wir nicht die Zukunft. Der Vorteil unseres Strompreissimulators ist, dass er kaum Annahmen braucht, sondern auf realen Marktdaten basiert“, sagt Leonhard Gandhi, der am Fraunhofer ISE das Tool mitentwickelt hat. „Es ist keine Prognose, sondern eine Was-wäre-wenn-Rechnung.“

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Rahmenbedingungen für Speicher verbessern

Die Ergebnisse der Auswertung der Simulation durch das Fraunhofer ISE zeigen deutlich, welches Potenzial Speicher haben. „Momentan haben wir eine Netzkrise. Wir haben keine Krise der Erneuerbaren, wir haben auch keine Krise der nachfragenden Industrie, der Rechenzentren. Sie alle brauchen Strom. Die gesamte Wirtschaft staut sich eigentlich am Netz“, betont Robert Busch, Geschäftsführer des BNE. „Die Frage nach Ausbau und Digitalisierung wurde nicht so vorangetrieben, wie es sein muss. Da kommt den Speichern eine Schlüsselposition zu.“

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Mit Blick auf die Ergebnisse der Simulation aus dem Jahr 2025 betont er, dass die Speicher eigentlich der ideale Partner fürs Netz sind, um Strom zwischenzulagern, den das Netz mangels Ausbaus und mangels Digitalisierung jetzt bisher nicht transportieren kann. Sie seien auch die besten Freunde des Bundeshaushalts, indem sie den Wert des Ökostroms erhöhen. „Der Appell an die Netzbetreiber ist: Bitte digitalisiert das Netz so schnell wie möglich, dass eine effiziente Netzführung mit Speichern möglich wird“, betont Robert Busch. „Wir brauchen ein vernünftiges Reifegradverfahren für die Speicher, bei dem man sieht, unter welchen Bedingungen die Speicher zugelassen und unter welchen Rahmenbedingungen sie die segensreiche Wirkung für das Netz selbst, aber auch für die Erneuerbaren bringen können, da diese bestmöglich verwendet werden, statt sie aus dem Bundeshaushalt zu liquidieren.“

Speicher schneller ans Netz bringen

Die Verbände fordern deshalb, dass die Großspeicher schneller und transparenter ans Stromnetz angeschlossen werden. Wo Netzkapazitäten knapp sind, braucht es nachvollziehbare Priorisierungskriterien und praktikable flexible Netzanschlussmodelle. Entscheidend sollte dabei der konkrete Beitrag eines Projekts zur jeweiligen Netzsituation sein – nicht die Technologie allein.

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Außerdem sollte die Kombination von Solar- und Windkraftanlagen mit Speichern wirtschaftlich nicht schlechter gestellt werden. Der im EEG geplante Abschöpfungsmechanismus für höhere Vermarktungserlöse aus Solar- und Windkraftanlagen muss für Co-Location-Projekte so ausgestaltet werden, dass Investitionen in zusätzliche Flexibilität nicht ausgebremst werden.

Vermarktung von Heimspeichern ermöglichen

Der BVES und der BNE schauen aber nicht nur auf die großen Anlagen. Auch Heimspeicher müssen am Strommarkt teilnehmen können. Dafür ist es notwendig, den Smart-Meter-Rollout zu beschleunigen, sowie verlässliche Messdaten und bundesweit einheitliche, digitale Prozesse für die Direktvermarktung kleiner Anlagen bereitzustellen. Dynamische Stromtarife und perspektivisch dynamische Netzentgelte müssen Flexibilität auch für Haushalte wirtschaftlich attraktiv machen, fordern die Verbände.