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Foto: LVN
Wie entwickelt sich die regionale Ladesäuleninfrastruktur? 

E-Mobilität

Von 1.300 auf 190.000 Ladepunkte

Neue Studie zeigt: das Verteilnetz ist gut aufgestellt für Elektromobilität. Zahlreiche Ladesäulen sollen in den nächsten zehn Jahren hinzu kommen.

Eine der zentralen Fragen beim Umstieg auf die Elektromobilität lautet: Können die Stromnetze die zusätzliche elektrische Leistung dafür sicher und zuverlässig bereitstellen? Um sie fundiert beantworten zu können, hat die LEW Verteilnetz GmbH (LVN), der Betreiber des regionalen Stromnetzes in Bayerisch-Schwaben und Teilen Oberbayerns, eine Prognosestudie erstellt. Im Fokus steht die Entwicklung und Versorgung der Elektromobilität im gesamten LVN-Netzgebiet in den kommenden zehn Jahren.

Laut dieser Studie sollen bis zum Jahr 2030 in der Region im privaten, halb-öffentlichen und öffentlichen Bereich rund 190.000 zusätzliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge entstehen. Aktuell sind lediglich 1.300 Ladepunkte im LVN-Netzgebiet gemeldet. Bereits installierte und noch nicht gemeldete Ladepunkte sind hier nicht inbegriffen. Die maximale Ladeleistung, die dann laut Prognose im Jahr 2030 gleichzeitig abgerufen wird, liegt bei 475 Megawatt (MW). Das entspricht in etwa der elektrischen Leistung, die ein großes Gaskraftwerk bei Volllastbetrieb liefert. Laut Studienautoren sind größtenteils die Stromnetze in der Region bereits so gut ausgebaut, dass sie das erwartete Mehr an elektrischer Leistung zuverlässig liefern können. Nur in einigen Hotspots bestehe Ausbaubedarf. 

„Positive Aussichten für die Elektromobilität in der Region: Unser Verteilnetz ist bereits heute gut auf den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur vorbereitet und auch der Ökostrom steht ausreichend zur Verfügung. Damit kann sich die Elektromobilität in Bayerisch-Schwaben zügig weiter entwickeln“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher.

Detailanalysen bis in die Gemeinden hinein

Ausgangspunkt der LVN-Studie ist die Annahme, dass Deutschland bei der Elektromobilität die Ziele der Bundesregierung erreicht. Demnach sollen bis zum Jahr 2030 deutschlandweit mindestens sieben Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein. Um einschätzen zu können, wie sich diese bundesweite Entwicklung auf das LVN-Netzgebiet auswirkt, waren zusätzliche und umfangreiche Analysen nötig.

Die E-Mobility Prognose E-Prognosis der Westenergie Netzservice bildet die Basis der Studie. Sie verknüpft eine Vielzahl an sozioökonomischen Daten von den Kommunen, von statistischen Ämtern und Marktforschungsinstituten. In enger Zusammenarbeit wurden diese Prognosedaten durch Experten aus dem Assetmanagement von LVN und E-Mobility Spezialisten der Westenergie Netzservice ortsgenau zugeordnet, sodass die Werte für weitere Analysen genutzt werden können. Anhand dieser Datenbasis können die LVN-Experten nun sehr detailliert prognostizieren, welche Anforderungen der erwartete Boom der Elektromobilität an die lokalen Netze stellt und entsprechende intelligente Ausbaukonzepte entwickeln.

Hotspots der Ladeinfrastruktur

Besonders hohe Anforderungen stellt die künftige Ladeinfrastruktur an die Verteilnetze in den Städten: Größter Hotspot ist der Ballungsraum Augsburg. Hier werden 2030 laut Prognose allein im Stadtgebiet rund 20.000 Ladepunkte im privaten, halb-öffentlichen und öffentlichen Bereich erwartet. In den Nachbarstädten Neusäß, Friedberg und Königsbrunn werden es laut Prognose 3- bis 5.000. Weitere Hotspots beim Ausbau der Ladeinfrastruktur sind die Städte Neu-Ulm und Kempten im Allgäu mit 5.000 und 5.500 Lademöglichkeiten bis 2030. Für Donauwörth, Landsberg am Lech, Memmingen und Kaufbeuren prognostiziert die Studie je Stadt zwischen 2.500 und 5.000 Ladepunkte.

Energiesicherheit für Elektromobilität

Neben der Entwicklung der Ladeinfrastruktur ermöglichen die Prognosen der LVN-Studie auch einen Ausblick, wann die Fahrzeuge geladen und wie nachhaltig die Elektrofahrzeuge der Region in zehn Jahren unterwegs sein werden. So wird die elektrische Leistung der Ladeinfrastruktur etwa 15 Prozent der regionalen Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Quellen verbrauchen. In städtischen Gebieten wie Augsburg, Neu-Ulm, Kaufbeuren oder Landsberg am Lech ist der Anteil hingegen deutlich höher. Hier steht weniger Fläche für dezentrale Anlagen zur Verfügung und die Ladeinfrastruktur ist dichter. Für eine klimafreundliche Energieversorgung der E-Fahrzeuge ist es daher auch essentiell, dass die Stromverteilnetze künftig mehr erneuerbare Energie aus der Fläche in die Städte transportieren und in den Städten mehr erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. 

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