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Erneuerbare brechen Stromrekord

Wind erzeugt 2017 erstmals mehr als 100 TWh

Wind und Sonne sorgten im vergangenen Jahr für reichlich Strom aus erneuerbaren Energien. Allein im Dezember 2017 produzierten die Wind- und Solaranlagen in Deutschland mit 15,1 Milliarden Kilowattstunden mehr als doppelt so viel Strom wie alle acht deutschen Atomkraftwerke zusammen (7,2 Milliarden Kilowattstunden). Insgesamt stieg die Stromerzeugung aus Wind und Sonne um 25 Prozent auf fast 139 Milliarden Kilowattstunden.

Windpark Energiekontor
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Foto: Energiekontor

Die Angaben basierten auf den vorliegenden Daten der Übertragungsnetzbetreiber, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Die Windkraftanlagen an Land steuerten im Dezember mit 12,6 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom den größten Anteil bei, die Offshore Windenergie erreicht zusätzlich 2 Mrd. kWh, die Photovoltaik kommt auf weitere 0,5 Mrd. kWh. Das sei ein Zuwachs um rd. 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2017 stieg die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie auf 138,4 Mrd. kWh (2016: 111,5 Mrd. kWh). Vor allem die Windenergie trug zu dem hohen Wachstum bei: Die On- und Offshore-Windparks erzeugten 102,5 Mrd. kWh (2016: 78,6 Mrd. kWh).

PV schwächelt wegen niedrigen Zubaus

Angesichts eines schwachen PV-Zubaus in Deutschland fällt die PV-Stromeinspeisung mit rd. 36 Mrd. kWh nur etwas höher aus als im Vorjahr 2016 (rd. 34,5 Mrd. kWh). Unter Berücksichtigung des Eigenverbrauchs könnte nach einer ersten IWR-Prognose mit einer Photovoltaik-Stromerzeugung von rd. 40 Mrd. kWh gerechnet werden.

Die Daten für den Wind- und Solarstrom spiegelten die Hochrechnungen der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) wider, betonte IWR. Es handele sich dabei um Daten am Einspeisepunkt ins Stromnetz. Die tatsächliche Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung könne höher liegen.

2017 eine Milliarde Euro für Netzstabilität?

Unterdessen meldeten mehrere Zeitungen, dass der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mit einer Rekordsumme für netzstabilisierende Maßnahmen rechnet: 2017 hätte das Unternehmen eine Milliarde Euro aufwenden müssen. Im windschwachen Jahr 2016 seien nur 660 Millionen Euro gewesen.

„Das Netz ist wegen des starken Zubaus der Erneuerbaren weiter extrem belastet. Wir brauchen zwingend ein Energiewende-Netz, also die vom Gesetzgeber bereits beschlossenen Netzausbauprojekte“, wird das Tennet-Geschäftsführungsmitglied Lex Hartmann zitiert. „Bis dahin sind Netzengpässe, hohe Kosten für die Verbraucher und eine zunehmend instabile Versorgung die harte Wirklichkeit.“

Aktuelle Windverhältnisse und Einspeisedaten der regenerativen (Wind-, Solar-, Bioenergie, Wasserkraft) und konventionellen (Braun-, Steinkohle, Öl, Gas, Atomenergie, Müll) Stromerzeugung finden Sie hier.

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