Foto: Sunenergy

Photovoltaikausbau kann weitergehen

Bundestag hat den Solardeckel gestrichen

Der Bundestag hat den Solardeckel aus dem EEG endlich gestrichen. Doch das sichert nur den bisherigen Ausbau der Photovoltaik. Der muss aber schneller gehen. Der BSW Solar hat dazu einen Plan vorgelegt.

Der Bundestag hat endlich den Solardeckel aus dem EEG gestrichen. Damit kann die Förderung der Photovoltaik auch weitergehen, wenn die installierte Leistung in Deutschland 52 Gigawatt überschreitet. Für die Photovoltaikbranche ist das eine gute Nachricht, drohte doch der Einbruch der Nachfrage, weil die Einspeisevergütung immer noch die letztliche Sicherheit für die Investition.

Für die Branche ist dies aber nur der erste Schritt. Denn der derzeitige Ausbau der Photovoltaik muss nicht nur gesichert sein. Vielmehr muss er beschleunigt werden. Nach Berechnungen von Marktanalysten ist eine Verdopplung für nächstes Jahr und eine Verdreifachung des Zubaus für das Jahr 2022 notwendig, um die wegfallenden Kohlekapazitäten zu ersetzen und gleichzeitig des steigenden Strombedarf aufgrund der Sektorkopplung abzudecken.

Marktbarieren müssen fallen

Dazu müssen aber noch weitere Marktbarrieren fallen. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) hat dazu einen 7-Punkte-Fahrplan vorgelegt. „Die Solar- und Speicherbranche könnte damit deutlich kraftvoller dazu beitragen, dass die Klimaziele im Stromsektor erreicht werden und die Versorgungssicherheit kosteneffizient gewährleistet wird“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW Solar. Zugleich werde damit die Schaffung von mindestens 50.000 neuen Vollzeitjobs in der Energiebranche möglich.

Im Mittelpunkt des Plans steht die Beschleunigung des Ausbaus der Photovoltaik auf Zubauwerte, wie sie notwendig sind, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu schaffen. Dazu müsste vor allem die Belastung des selbst verbrauchten Solarstroms mit der anteiligen EEG-Umlage wegfallen. Zudem müssten große Dachanlagen nicht mit Solarparks in Ausschreibungen um die Marktprämien konkurrieren müssen. Denn nur so können auch wieder Solardächer der Megawattklasse auf Industriehallen entstehen. Auch die Standortkulisse für Solarparks müsste erweitert werden. Die Beschränkung auf die jetzt zu den Ausschreibungen zugelassenen Flächen behindert den Ausbau unnötig.

Weiterbetrieb von Altanlagen und Mieterstrom

Außerdem müssten Anschlussregelungen für den Weiterbetrieb von älteren Solaranlagen geschaffen werden. Hier geht es nicht darum, eine Anschlussföderung zu schaffen, sondern die Barrieren für den Weiterbetrieb zu beseitigen, indem die Einspeisung weiter möglich ist und der Strom zum Marktpreis vergütet wird. Alternativ sollten die Regelungen für den Umstieg auf den Eigenverbrauch gelockert werden. Dazu kommt noch eine brauchbare Mieterstromregelung, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Branche immer noch schuldig ist.

Wirksamen CO2-Preis schaffen

Um die Photovoltaik unabhängig von der Förderung durch das EEG zu machen, müsste zudem ein angemessener Mindestpreis für den Ausstoß von Kohlendioxid eingeführt werden. Der durch starke Preisschwankungen gekennzeichnete europäische Emissionshandel bietet zu wenig Investitionsimpulse und gleiche Marktverzerrungen zuungunsten erneuerbarer Energien nur unzureichend aus“, kritisiert der Branchenverband. Er bildet nur einen Bruchteil der Gesundheits- und Klimafolgenkosten fossiler Energieträger ab.“

Speicherkapazitäten schneller ausbauen

Außerdem sollte in den nächsten zehn Jahren das zehnfache der Kapazität von Stromspeicher des Jahre 2019 errichtet werden. Dabei sollen alle Technologien zum Einsatz kommen – auch Wasserstoff. Die von der Bundesregierung jüngst verabschiedete Strategie ist hier aber nur ein erster Ansatz. Mit diesem schaffe man aber bis 2030 nur eine Bruchteil der notwendigen saisonalen Speicherkapazität. So müsse bis zum Ende dieses Jahrzehnts die vierfache Leistung an Wasserstoffelektrolyseuren am Netz sein, um die Versorgungssicherheit sicherzustellen, wie die Analysten von EuPD Research berechnet haben.

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