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Fortschrittsmonitor der Energiewende fordert mehr Tempo

Licht und Schatten beim Fortschritt der Energiewende: Während der Umbau der Stromerzeugung vorankommt, die Wärmepumpe die meistverkaufte Heizung 2025 war und auch beim Wasserstoffkernnetz die ersten 525 Kilometer bereits umgestellt oder neu errichtet wurden, hinken andere Bereiche deutlich hinterher. Das zeigt die vierte Ausgabe des Fortschrittsmonitors Energiewende, erstellt vom Bundesverband der Deutschen Energiewirtschaft (BDEW) und dem Wirtschaftsberatungsunternehmen EY. Insgesamt, so das Fazit, verläuft die Energiewende zu langsam, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen.

Photovoltaik gut, Verkehr schlecht

So verzeichnete die Photovoltaik 2025 einen Rekordzubau von knapp 18 Gigawatt. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch liegt mit rund 56 Prozent noch knapp über dem Zielpfad, stellt der Bericht fest. Der Windenergieausbau habe zwar an Dynamik gewonnen, bleibe aber hinter den notwendigen Zielwerten zurück: Wind an Land legte 2025 netto um 4,6 Gigawatt zu, Offshore-Wind lediglich um 0,5 Gigawatt. Fortschritte bei Planungs- und Genehmigungsverfahren seien zwar erkennbar, sie blieben dennoch ein zentraler Engpass, schreiben die Gutachter.

Mehr Luft nach oben gibt es auch beim Wasserstoffhochlauf. Zwar sei die Produktion 2024 wieder gestiegen, sie basiere aber fast ausschließlich auf fossilem Wasserstoff, heißt es im Fortschrittsmonitor. Zudem erscheint den Gutachtern das Ziel der vorherigen Bundesregierung, 10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis 2030 zu erreichen, zunehmend unwahrscheinlich: So seien Projekte mit einer Gesamtleistung von 13 GW angekündigt – finanziell gesichert, im Bau oder in Betrieb sei aber erst ein Zehntel davon. Nötig seien verlässliche Nachfrageinstrumente, pragmatische, einfache Regulierung, Import-, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie der zügige Bau H₂-fähiger Kraftwerke.  

Co-Location als Erfolgsmodell: Wie die Kombination von Photovoltaik und Batteriespeichern Potenziale hebt

Auch bei der Wärmewende fehlt das Tempo, konstatiert der Fortschrittsbericht. 2025 stammten rund 229 Terawattstunden des Wärme- und Kältebedarfs aus erneuerbaren Energien und Abwärme; ein Anteil von rund 20,7 Prozent. Das Ziel von 32 Prozent klimaneutraler Wärme bis 2030 ist also noch weit. Ob es zu erreichen ist, bleibt offen. Zwar komme die kommunale Wärmeplanung voran und mittlerweile heizen rund 2,2 Millionen Wärmepumpen, doch der Anteil der Fernwärme stagniert bei etwa 10 Prozent Marktanteil.

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Der Verkehrssektor bleibt hingegen das Sorgenkind. 2025 lagen die Emissionen bei 146 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten und damit deutlich über dem Zielwert von 73 Millionen Tonnen bis 2030, heißt es im Bericht. Der Anteil rein elektrischer Pkw an den Neuzulassungen sei zwar auf rund 19 Prozent gestiegen, der Fahrzeughochlauf bleibe aber zu langsam. Immerhin: Die öffentliche Ladeleistung erreichte 2025 rund 10 Gigawatt und übertrifft das Ziel der EU für Deutschland von rund 4 Gigawatt deutlich.

„Aus Zielpfaden müssen konkrete Umsetzungen folgen“

Als Gegenmaßnahmen fordern BDEW und EY vor allem Verlässlichkeit, Beschleunigung und Digitalisierung in den einzelnen Sektoren. Aus Zielpfaden müssten nun konkrete Umsetzungen folgen, heißt es: mit schnellerem Ausbau, digitalisierten Netzen, steuerbarer Leistung, Speichern, Wasserstoffhochlauf, einem stimmigen Wärmepaket und klaren Investitionsbedingungen. „So kann im Sinne des energiewirtschaftlichen Dreiecks Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wirtschaftlichkeit erreicht werden“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, und zitierte damit das Credo von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Ein Drittel der ausgeschriebenen Jobs in Deutschland ist „grün“

Metin Fidan, Partner bei EY, Industrials & Energy, betonte, die Energiewende sei kein reines Transformationsprojekt, sondern eine strategische Chance. „Sie stärkt Wettbewerbsfähigkeit, reduziert Abhängigkeiten und schafft die Grundlage für ein resilientes Energiesystem.“