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Photovoltaikmarkt in Italien

Italien und Deutschland gleichauf

Während man in Deutschland über die Kosten der Energiewende und vor allem der Photovoltaik debattiert, hat man in Italien aufgeholt. Wie der Netzbetreiber Terna in Rom mitteilt, haben die im Land installierten Photovoltaikanlagen im letzten Jahr 9.258 Gigawattstunden sauberen Solarstrom produziert. Insgesamt entspricht das einem Anteil von 3,2 Prozent der gesamten Stromproduktion im Land. Rechnet man noch den Photovoltaikanteil an den Stromimporten dazu, kommt Italien auf einen Solarstromanteil von etwa 14 Prozent.

Beim Zubau könnte Italien den bisherigen Weltmeister Deutschland zur ersten Mal einholen. So geht Bloomberg davon aus, dass man auf der Appenninhalbinsel Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung zwischen 7,4 und 7,6 Gigawatt neu installierte, während die Bundesnetzagentur für Deutschland einen Zubau von 7,5 Gigawatt schätzt. Damit verdoppelte sich der Photovolatikmarkt in Italien zum zweiten mal in Folge. Das hat auch in Italien Folgen, denn Rom hat die Förderung von großen Photovoltaikanlagen für das zweite Halbjahr 2012 schon gestrichen.

Der Süden führt

Der meiste Solarstrom kommt aus dem Süden der Halbinsel. In den vier Regionen um Neapel – Kampanien, Apulien, Basilikata und Kalabrien – produzierte man im Jahr 2011 insgesamt 2.313 Gigawattstunden Sonnenstrom. Der Anteil der Photovoltaik an der gesamten Stromproduktion in dieser Region beträgt 3,8 Prozent. Mit 5,1 Prozent trug der Solarstrom in den fünf Provinzen um Rom an der gesamten Stromproduktion bei. In den Provinzen Latium, Umbrien, Molise, Marche und in den Abruzzen stammten 1.726 der insgesamt 34.015 Gigawatt aus den Solarstromanlagen. An dritter Stelle folgen die Provinzen Friaul, Venetien und Trentino-Südtirol mit einer Solarstromproduktion von 1.357 Gigawatt. Das sind 4,1 Prozent der gesamten Stromproduktion in dieser Region. In den Regionen um Florenz – Emilia Romagna und Toskana – stammen mit 1.313 der insgesamt produzierten 32.939 Gigawattstunden vier Prozent aus Photovoltaikanlagen. In den anderen Regionen um Turin (Piemont, Ligurien und Valle d‘ Aosta) und Mailand (Lombardei) sowie auf den beiden Inseln Sizilien und Sardinien liegt der Anteil der Photovoltaik an der gesamten Stromproduktion zwischen 1,7 und 2,4 Prozent und damit weit unter dem Durchschnitt.

Sonne und Wind nahezu gleich

Insgesamt beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien in Italien 21,6 Prozent. Der größte Anteil entfällt auf die Wasserkraft mit einem Anteil an der gesamten Stromproduktion von 14,3 Prozent. Die Erzeugung von Solarstrom liegt jetzt fast so hoch wie die Windenergie. Im letzten Jahr produzierten die Windkraftanlagen in Italien 9.560 Gigawattstunden Strom. Das südeuropäische Land bleibt aber weiterhin Nettostromimporteur. Mit Gigawattstunden deckte Italien 13,7 Prozent seines Strombedarfs mit Importen aus den Nachbarländern Schweiz, Frankreich, Griechenland und Slowenien. (Sven Ullrich)