Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Großauftrag für Offshore-Konverter geht nach Mecklenburg-Vorpommern

Ein Konsortium aus Siemens Energy und der belgischen Werft Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) wird für den Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz eine Offshore-Konverter-Plattform mit zwei Gigawatt Leistung bauen. Ein Großteil der Konstruktion und Fertigung der sogenannten Topside der Konverterplattform soll dabei in der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde erfolgen. Die Topside ist praktisch das „Hauptgebäude“ der Offshore-Plattform, in dem unter anderem die Transformatoren, Schaltanlagen und Konverter untergebracht sind. Laut Presseinformation von 50Hertz könnte dieser Auftrag 500 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Siemens Energy verantwortet die Hightech-Komponenten, Smulders fertigt die stählerne Unterkonstruktion, die sogenannte Jacket-Foundation, auf der eigenen Werft in Vlissingen in den Niederlanden.

Meereswindkraftzubau blieb mit 9,3 Gigawatt in Seenot – letztmalig

Bis Ende 2034 soll die Verbindung stehen

Zum ersten Mal werde eine Offshore-Konverterplattform des neuen 2-GW-Standards für die Netzanbindung von Windparks auf dem Meer überwiegend in Deutschland gebaut, hieß es von 50 Hertz. Das jetzt beauftragte Konsortium sei für die vollständige Umsetzung und damit schlüsselfertige Übergabe des Konvertersystems zuständig, das Teil des Offshore-Netzanbindungsprojekts North Sea Connector 2 wird. Die landseitigen Konverter sollen in einem neuen Umspannwerk in der Nähe von Schwerin bei der Gemeinde Mühlenbeck entstehen, wo zukünftig die Gleichstromverbindung NordOstLink zwischen Nordseeküste und Mecklenburg-Vorpommern endet. Die Offshore-Konverter sollen in der Nordsee rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt installiert werden. Bis Ende 2034 soll alles fertig sein.

Mit unserem kostenlosen Newsletter informieren wir Sie regelmäßig auch über die Entwicklung der Offshore-Windkraft in Deutschlnd und weltweit. Hier können Sie ihn abonnieren. 

Verhandlungen für zweites Projekt laufen

Zudem verhandle man noch über die Fertigung des Offshore-Netzanbindungssystems North Sea Connector 1, so 50 Hertz. Kommen beide Aufträge zustande, würde sich das Volumen für NSORe auf rund 2,5 Milliarden Euro in Mecklenburg-Vorpommern summieren. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Verhandlungen über das zweite Konverterprojekt demnächst abschließen und somit Rostock und der Neptun-Werft eine weitere gute Perspektive bieten können“, sagte Stefan Kapferer, CEO bei 50Hertz.

Nach Richterspruch: Weißes Haus gibt Windkraft-Pacht- und Genehmigungsbann auf – wie lange?

Viel Prominenz bei der Verkündung der guten Nachricht

Da gute Nachrichtengerade rar sind, gab es viel Prominenz bei der Vorstellung des Projekts. Anwesend waren nicht nur die Manager der beteiligten Unternehmen, sondern auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die im September vor einer schwierigen Landtagswahl steht. Sie nannte die Vergabe des ersten Auftrags eine „hervorragende Nachricht“. Katherina Reiche betonte die Bedeutung des Auftrags für Deutschland: „Weltweit gibt es bislang nur wenige Anbieter, die 2-Gigawatt-Offshore-Konverterplattformen bauen können“, sagte sie. Umso bedeutender sei es, dass das Konsortium den Einstieg in den Konverterplattformbau in Deutschland wage, auch mit Blick auf resiliente Lieferketten und technologische Souveränität.

Viel Prominenz bei der Auftragsvergabe für die Offshore-Netzanbindung North Sea Connector 2.

50Hertz

Viel Prominenz bei der Auftragsvergabe für die Offshore-Netzanbindung North Sea Connector 2.

Offshore-Branche fordert mehr Tempo bei Gesetzes-Refom

Auch aus der Offshore-Branche gab es positive Reaktionen. „Der Auftrag nach Rostock zeigt, welches Potenzial der Offshore-Wind-Ausbau für industrielle Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovation in Deutschland bietet“, sagte Stefan Thimm, Geschäftsführer des Branchenverbandes BWO. Gleichzeitig mahnte er stabile Bedingungen für den Ausbau der Offshore-Windenergie an. Denn die steckt in der Krise: Zum einen blieb die jüngste Ausschreibungsrunde ohne Gebot, zum anderen gibt es Probleme mit bereits vergebenen Flächen. Die Ölkonzerne BP und Total Energies, die 2023 mit Rekordgeboten von insgesamt 12,6 Milliarden Euro große Flächen ersteigerten, zögern beim Bau. Tatsächlich drängt Total Energies branchenintern auf eine Rückgabeoption. Die Wind-auf-See-Gesetz-Novelle, die ein neues Ausschreibungsdesign bringen soll, lässt auf sich warten. Der Wind- und Wasserstoffverband WAB forderte daher eine Reform des Gesetzes und neue Ausschreibungen möglichst noch in diesem Jahr, um einen Fadenriss beim Ausbau der Offshore-Windenergie zu vermeiden.

Total Energies und Jera Nex BP fordern Meereswindkraftbremse zu ihren Gunsten