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Bundesnetzagentur: 2023 gingen 17 GW neue EE-Leistung ans Netz

Die Bundesnetzagentur hat erste Zahlen zum Zubau erneuerbarer Energien im Jahr 2023 veröffentlicht. Demnach stieg die installierte Leistung um 17 Gigawatt auf eine Gesamtleistung von knapp 170 Gigawatt. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einer Steigerung von 12 Prozent, heißt es in einer Presseinformation.

Die Zahlen basieren auf den Meldungen zum Marktstammdatenregister. Den Dezember haben die Verantwortlichen abgeschätzt. Endgültige Zahlen will die Behörde Ende Januar vorlegen.

14,1 GW neue PV-Leistung

„Vor allem beim Zubau von Photovoltaik-Anlagen haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Zubau-Leistung hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.“

Allein 14,1 Gigawatt der zugebauten Leistung entfielen laut Bundesnetzagentur auf die Photovoltaik, vor allem auf private Anlagen. Doch auch der Zubau von Solaranlagen auf gewerblichen Dächern und auf Freiflächen sei gestiegen, so dass Ende 2023 die installierte Gesamtleistung in Deutschland 81,7 Gigawatt betrug. 70 Prozent der privat betriebenen neuen PV-Anlagen verfügten über einen Speicher. Regional betrachtet gingen mit 3,5 GW die meisten Anlagen in Bayern in Betrieb.

Boom bei Balkon-PV

Einen gewaltigen Boom konnten zudem die so genannte Balkon-PV verzeichnen: 260.000 mit einer Gesamtleistung von 0,2 GW seien im Markstammdatenregister registriert worden, so die Agentur, drei Mal so viele wie im Vorjahr. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Zahl dieser Anlagen noch höher ist, da vermutlich nicht alle Balkonanlagen registriert sind.

Wind wächst nur leicht

Nicht ganz so beeindruckend sind die Zahlen beim Ausbau der Windenergie. An Land wurden 2,9 GW netto zugebaut, die außer Betrieb gegangenen Altanlagen sind also bereits abgezogen. 2022 waren es 2,1 GW netto. Offshore ging lediglich ein neuer Windpark in Betrieb: Windpark Arcadis Ost I mit einer Leistung von 0,3 Gigawatt. Die Gesamtleistung Wind liegt damit Ende 2023 bei 60,9 GW, wovon 8,5 GW auf die Offshore Windenergie entfallen.

Regional hatte beim Wind Schleswig-Holstein mit 1,1 GW die Nase vorn, die Schlusslichter liegen im Süden: In den süddeutschen Flächenländern Bayern und Baden-Württemberg nahmen im vergangenen Jahr zusammen rund 0,08 Gigawatt an Windenergieanlagen neu den Betrieb auf (Bayern: 0,023, Baden-Württemberg: 0,054).

2030er Ziele noch in weiter Ferne

Um die gesetzlich festgelegten Ausbauziele 2030 von 215 GW Solar und 115 GW Wind an Land zu erreichen, muss sich der Zubau noch deutlich beschleunigen: Künftig müssen dafür jährlich 19 Gigawatt PV und 7,7 GW Wind zugebaut werden. „Beim Wind an Land sind wir noch nicht da, wo wir hin wollen“, so Müller. „Optimistisch stimmt mich aber, dass 2023 deutlich mehr Genehmigungen ergangen sind. Das wird sich in steigenden Zubauzahlen auszahlen.“ (kw)

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