Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Die Bundesregierung will den Ausbau der Verteilnetze schneller vorantreiben. In den Beschlüssen des Koalitionsausschusses, die heute vorgestellt wurden, wird ein „Verteilnetzpaket“ angekündigt, das bis Ende des Jahres beschlossen werden soll. Es soll dabei helfen, Modernisierung und Digitalisierung voranzutreiben und die Finanzierungsmöglichkeiten zu erweitern, heißt es in dem Papier. Ziel ist es, den Zeitraum für die Realisierung von Netzprojekten zu halbieren. So sollen Umsetzung und Bezahlbarkeit der Energiewende gesichert werden.
Drei Alternativen zum Redispatch-Vorbehalt
Nach Angaben des BDEW fließen mehr als 90 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien über die Verteilnetze. Gleichzeitig werden vermehrt Wärmepumpen, Ladesäulen und Batteriespeicher angeschlossen. Das Verteilnetz gilt daher als ein Flaschenhals bei der Energiewende. Nun ist vorgesehen, bestehende Netze besser auszulasten. Mithilfe des europäischen Netzpakets („EU Grids Package“) sollen unter anderem Genehmigungsverfahren beschleunigt, Planfeststellungsverfahren flexibilisiert und Umweltverträglichkeitsprüfungen gestrafft werden.
Smart Meter Light für Kunden ohne Einbaupflicht
Gleichzeitig will die Bundesregierung die Digitalisierung der Netze beschleunigen. So soll schon bis Ende 2030 der Smart-Meter-Rollout für alle relevanten Messstellen zu mehr als 90 Prozent abgeschlossen sein. Der Pflichteinbau betrifft Haushalte mit einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh sowie Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Derzeit liegt die Quote hier laut Bundesnetzagentur bei rund 23 Prozent. Insgesamt verfügen nur 5 Prozent der deutschen Stromkunden über ein Smart Meter.
Um hier schneller zu werden, soll für alle, die nicht dem verpflichtenden Rollout unterfallen, ein „Smart Meter Light“ eingeführt werden. Smart Meter sind eine Voraussetzung dafür, um beispielsweise an flexiblen Stromtarifen teilzunehmen.
Zentrale Datenplattform, einheitliche Software
Eine zentrale Datenplattform soll darüber hinaus alle wichtigen Daten zu Netzausbau, Netzauslastung und Netzanschlusskapazitäten standardisiert zur Verfügung stellen. Anreize für Netzbetreiber sollen dafür sorgen, dass sie Software kooperativ „einer für alle“ entwickeln und deutschlandweit verfügbar machen.
Lob vom BEE
Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) begrüßte die Beschlüsse ausdrücklich. „Die konsequente Digitalisierung der Netze ist eine Grundvoraussetzung für eine intelligente und effiziente Steuerung und damit auch für das Senken der Systemkosten“, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.
Batteriespeicher könnten im Stromsystem fast vier Milliarden Euro pro Jahr einsparen
Den Ansatz, Software kooperativ zu entwickeln, begrüßt der BEE angesichts der hohen Zahl an Verteilnetzbetreibern besonders. „Damit wird dringend notwendige Standardisierung geschaffen“, so Heinen-Esser. „Wichtig ist dabei aber auch die praxisnahe Verfügbarkeit der erhobenen Daten, um so Netzanschlüsse zu beschleunigen und Investitionen effizienter zu planen.“