China zementiert seine Rolle als Taktgeber der globalen Energiewende – und das in einem Tempo, das selbst optimistische Szenarien übertrifft. Allein 2025 installierte das Land laut Energy Storage Market Outlook von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) für die erste Jahreshälfte 2026 insgesamt 61,1 Gigawatt bzw. 173,1 Gigawattstunden an Energiespeichern, ein Plus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis 2036 soll die kumulierte Kapazität dort auf gewaltige 1.317 Gigawatt und 5.243 Gigawattstunden steigen. Damit würde China allein fast die Hälfte des weltweiten Marktes dominieren.
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Doch auch global kennt der Ausbau nur eine Richtung: steil nach oben. 2025 wurden weltweit erstmals 112 Gigawatt (307 GWh) neu installiert – ein Sprung um 48 Prozent gegenüber 2024. Schon 2026 sollen es 158 Gigawatt (459 GWh) sein, ein weiteres Plus von 41 Prozent. Bis 2036 erwarten Analysten sogar jährliche Zubauten von 308 Gigawatt und 1.329 Gigawattstunden. Insgesamt wächst der Markt auf 2.867 Gigawatt bzw. 10.514 Gigawattstunden an – das entspricht dem Zehnfachen der Kapazität von 2025.
Auffällig ist die extreme Marktkonzentration: China und die USA vereinten 2025 rund 70 Prozent der globalen Neuinstallationen auf sich. Die USA allein legten auf 18,0 Gigawatt (54,6 GWh) zu, ein Plus von 46 Prozent. Bis 2036 soll die US-Kapazität auf 334 Gigawatt steigen.
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Doch die Dynamik verlagert sich zunehmend in neue Regionen. In Asien-Pazifik wurden 2025 insgesamt 68 Gigawatt (191 GWh) installiert – 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis 2035 wächst die Region auf 1.379 Gigawatt. In Amerika lag der Zubau bei 19 Gigawatt (62 GWh), während Europa, Nahost und Afrika gemeinsam 23 Gigawatt (50 GWh) erreichten – ein Plus von 55 Prozent.
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Besonders spektakulär ist der Aufstieg neuer Märkte: Subsahara-Afrika vervierfachte seinen Zubau auf 4,3 Gigawatt (8,8 GWh) und soll 2026 bereits 7,3 Gigawatt erreichen. Lateinamerika steht vor einem Sprung von 0,9 Gigawatt (4,0 GWh) auf 3,6 Gigawatt (13,5 GWh). Indien wiederum wächst von bescheidenen 0,5 Gigawatt (0,9 GWh) auf 1,8 Gigawatt (5,4 GWh) in nur einem Jahr.
Technologisch dominieren weiterhin Lithium-Eisenphosphat-Batterien, während 85 Prozent der neuen Kapazitäten 2025 im Großmaßstab installiert wurden. Kurzzeitspeicher unter sechs Stunden stellen aktuell noch 79 Prozent der Anwendungen, ihr Anteil sinkt jedoch bis 2036 auf 57 Prozent – ein Hinweis auf den wachsenden Bedarf an Langzeitspeichern.
Parallel dazu schrumpft der Abstand zur Solarenergie rapide: Das Verhältnis von Solar- zu Speicherzubau fiel von 56:1 im Jahr 2016 auf nur noch 6:1 im Jahr 2025 – und dürfte 2026 bereits bei 4:1 liegen.
Der globale Speicherboom ist damit längst mehr als nur ein Anhängsel der erneuerbaren Energien. Er wird zum zentralen Rückgrat eines Stromsystems, das zunehmend auf Flexibilität, Resilienz und Versorgungssicherheit angewiesen ist – und in dem Batterien zur entscheidenden Infrastruktur des 21. Jahrhunderts aufsteigen.