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Bilanz der Stromerzeugung 2025: Sonne überholt Kohle und Gas

Im vergangenen Jahr wurde erstmals in Deutschland mehr Solar- als Kohlestrom eingespeist. Dies teilt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) nach Auswertung der eigenen Energiecharts mit. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strommix bei 55,9 Prozent. Das ist genauso viel wie im vergangenen Jahr.

16,2 Gigawatt Leistung neu installiert

Damit ist klar: Die Photovoltaik hat kräftig zugelegt und die geringere Erzeugung aus der Windkraft aufgrund der schlechteren Windverhältnisse im Vergleich zu den Vorjahren ausgeglichen. Insgesamt 71 Terawattstunden Sonnenstrom flossen ins Netz. Dazu kommt noch ein Eigenverbrauch von üppigen 16,9 Terawattstunden. Insgesamt erzeugten die in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen 87 Terawattstunden Strom. Das sind 17 Terawattstunden mehr als im Vorjahr – eine Steigerung um satte 21 Prozent.

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Dies liegt unter anderem an der inzwischen installierten Leistung. Die Experten vom Fraunhofer ISE haben ausgerechnet, dass der Zubau im Jahr 2025 bei rund 16,2 Gigawatt liegen sollte. Dies wäre eine Steigerung der installierten Leistung von gut 101 auf 116,8 Gigawatt – ein Zubau von rund 16 Prozent. Dies wäre bei der derzeitigen Marktlage ein guter Wert. „Doch um die deutschen Klimaziele zu erreichen, muss dieser Ausbau 2026 auf 22 Gigawatt gesteigert werden“, betonen die Marktanalysten vom Fraunhofer ISE.

Platz zwei für die Photovoltaik – in Deutschland und Europa

Damit rückt die Photovoltaik bei der Nettostromerzeugung auf den zweiten Platz vor und lässt die Kohlekraftwerke hinter sich – bei einem bei 466 Terawattstunden stagnierenden Stromverbrauch. Denn die Nettostromerzeugung aus Braunkohlekraftwerken ging um 3,9 auf 67,2 Terawattstunden zurück. Die Bruttostromerzeugung fiel auf das Niveau von 1961. Etwas besser sah es für die Steinkohle aus. Hier stieg die Nettostromerzeugung leicht von 24,3 auf 26,7 Terawattstunden. Doch die Bruttostromerzeugung liegt inzwischen auf dem Niveau von 1952.

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Dies ist ein gesamteuropäischer Trend. Denn in der gesamten EU lieferten die Solaranlagen 275 Terawattstunden und damit erstmals mehr als die Braun- und Steinkohlekraftwerke der Mitgliedsstaaten. Diese produzierten nur 243 Terawattstunden. „Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Erzeugung aus Photovoltaik verdreifacht, die Kohlestromerzeugung ging dagegen um 60 Prozent zurück“, ordnen die Analysten vom Fraunhofer ISE das Ergebnis ein.

Windkraft bleibt größter Erzeuger

Der stärkste Stromerzeuger in Deutschland bleibt wie in den Vorjahren auch schon die Windkraft – trotz schlechterer Windverhältnisse als in den Vorjahren. Die installierten Anlagen erzeugten insgesamt 132 Terawattstunden Strom. Das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon kamen 106 Terawattstunden von den Windenergieanlagen, die an Land installiert sind. Die Offshore-Windkraft lieferte rund 26,1 Terawattstunden für den Strommix.

132 Terawattstunden – 2025 blieb das noch drittbeste Windjahr

Ausbau der Windkraft schwächelt

Den Rückgang konnte auch der laufende Ausbau der Produktionsleistung nicht aufhalten. Dieser war ohnehin mager. Denn Onshore wurden 4,5 Gigawatt neuer Leistung zugebaut. Auf hoher See gingen Windkraftanlagen mit einer mageren Leistung von 290 Megawatt neu ans Netz. „Damit bleibt der Windausbau deutlich unter den deutschen Ausbauzielen zurück: Ende 2025 war eine installierte Leistung von 76,5 Gigawatt vorgesehen, tatsächlich installiert sind nur 68,1 Gigawatt“, lautet das Fazit der Fraunhofer-Experten.

Mehr Erdgas verbrannt

Es gibt noch einen weiteren Wermutstropfen für die Energiewende. Die rückläufige Stromproduktion aus Braunkohle wurde teilweise durch eine steigende Erdgasnutzung ausgeglichen. Denn die Erdgaskraftwerke haben 52,4 Terawattstunden netto für die öffentliche Stromversorgung und 26,1 Terawattstunden für den industriellen Eigenverbrauch produziert. Das sind insgesamt 3,7 Terawattstunden mehr als im Vorjahr. Damit bleibt die Erzeugung aus fossilen Quellen im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Eigenverbrauch von Solarstrom steigt in Deutschland stark an

Stromimporte gehen zurück

Dafür sind die Stromimporte gesunken. Im Jahr 2025 hatte Deutschland beim Stromhandel einen Import von 76,2 Terawattstunden gegenüber einem Export von 54,3 Terawattstunden. Es ergibt sich ein Importüberschuss von rund 21,9 Terawattstunden. Das ist ein Rückgang von 6,4 Terawattstunden gegenüber 2024. Die Experten vom Fraunhofer ISE führen dies auf die niedrigen Gaspreise und die höheren Börsenstrompreise in Deutschland und den Nachbarländern zurück. Dies habe zu mehr Eigenerzeugung aus Erdgas geführt.