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Windparkprojekte in Baden-Württemberg bekommen fünf Mal seltener Zuschlag

Einerseits haben die regionalen Planungsgemeinschaften in Baden-Württemberg entweder schon rechtskräftig oder zumindest im Entwurf der Regionalpläne fast schon flächendeckend Windkraftvorrangflächen ausgewiesen. Doch andererseits sind diese Flächen „wirtschaftlich nicht nutzbar“ – und zwar egal, ob noch im geltenden Rechtsrahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) oder.  im vorliegenden Entwurf der Novelle für das angekündigte EEG 2027. Zu diesem Schluss kommt der Windparkflächenvermarktungsdienst Caeli Wind.

Das in Berlin ansässige Betreiberunternehmen einer digitalen Flächenprüf- und Vermarktungsplattform für neue Windparkprojekte macht die Chancenlosigkeit baden-württembergischer Windparkprojekte in aktuell überzeichneten Ausschreibungsrunden für neue Windparks sichtbar. So war die jüngste Ausschreibung der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Februar um mehr als das Doppelte bundesweit überzeichnet: Die BNetzA hatte nur 3.455 Megawatt (MW) Potenzial als Nachfrage ausgeschrieben. Doch weil die Genehmigungsbehörden auf Basis jüngster Gesetze zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für einen inzwischen einen großen Überhang an genehmigten Projekten geschaffen haben, ist der Andrang der Projektanbieter mit ihrer Vielzahl an genehmigten Vorhaben viel höher. 7.858 MW hatten die Windparks entwickelnden Unternehmen bundesweit angeboten.

Allerdings war die Erfolgsquote bei den Zuschlägen für Windparkvorhaben in Baden-Württemberg noch einmal deutlich geringer als es dem bundesweiten Verhältnis von Zuschlägen zu angebotenen Erzeugungskapazitäten entsprach: Von 34 angebotenen Projekten erhielten  nur 3 einen Zuschlag. Aus einer Gebotsmenge von 251 MW für neue Windparks in Baden-Württemberg erteilte die BNetzA nur 24 MW einen Zuschlag, für also nicht einmal ein Zehntel der in der Auisschreibung angebotenen Erzeugungskapazität. Damit hatten Projekte anderswo im Bundesgebiet rechnerisch eine um fünf Mal höhere Zuschlagswahrscheinlichkeit.

Angesichts von nur noch 5,54 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde als durchschnittlicher mengengewichteter Zuschlagswert konnten Projekte in Baden-Württemberg kaum mehr in den Ausschreibungen punkten. Vorhaben mit 933 MW in dem Bundesland, haben aktuell zwar schon eine Genehmigung, aber noch keinen Ausschreibungszuschlag.       

Caeli Wind schlägt nun zwei voneinander getrennte Ausschreibungszonen vor, eine für Nord- und eine für Süddeutschland. So sollten 35 Prozent oder tatsächlich 3.500 MW  der jährlich bezuschlagten Nennleistungen den Geboten für baden-württembergische oder bayerische Windparkprojekte mit weniger Windreichtum als norddeutsche Projektflächen und tendenzell kleineren Projektflächen zugute kommen. Um außerdem eine bestehende Ausbaulücke von 20.000 MW im Vergleich zu Norddeutschland abzubauen, solle die Regierung fünf Jahre lang regelmäßig 4.000 MW zusätzlich ausschreiben. Außerdem müsste der untere Grenzwert des sogenannten Gütefaktors von aktuell 70 Prozent für süddeutsche Standorte auf 40 Prozent sinken. Der Korrekturfaktor, mit dem sich die Anbieter von Projekten auf Flächen mit niedrigstenfalls nur 40 Prozent Windhöffigkeit noch in Ausschreibungen durchsetzen könnten, soll dagegen 1 zum Gütefaktor betragen: 1:0,4 zum Beispiel für Standorte mit einem Gütefaktor von nur 40 Prozent.

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