Die Stadtwerke München (SWM) steigen bei einem 50-MW-Wasserstoffprojekt in Schleswig-Holstein ein. Wie das Unternehmen mitteilte, will sich der kommunale Energieversorger am geplanten Wasserstoff-Hub in Neumünster beteiligen. Ein entsprechender Letter of Intent sei jetzt mit der Schweizer Infener AG, die das Projekt plant, unterzeichnet worden.
In Neumünster soll ein dezentraler Wasserstoff-Hub mit einer installierten Elektrolysekapazität von 50 Megawatt (MW) jährlich bis zu 5.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Plan ist, in Zeiten von Stromüberschuss im Netz, Wasserstoff auch abseits der großen Windparks produzieren zu können, heißt es in einer Presseinformation der SWM. Dazu wird der Hub an das Hochspannungsnetz angeschlossen.
2024 wurden in Schleswig-Holstein 812 Gigawattstunde EE-Strom abgeregelt
Bedarf gibt es genug. Allein 2024 sind nach Angaben der SWM rund 812 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien abgeregelt worden. Die Kosten dieser sogenannten Redispatch-Maßnahmen beliefen sich demnach auf 78,4 Millionen Euro.
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„Die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft liegt nicht nur in Mega-Projekten an der Küste, sondern in dezentralen Hubs, die dort produzieren, wo Wasserstoff gebraucht wird“, sagte Joel Vogl, CEO und Gründer von Infener, anlässlich der Unterzeichnung des LOI. „Neumünster wird zur Blaupause für diese neue Infrastruktur – und mithilfe der SWM können wir dieses Wissen in ganz Deutschland multiplizieren.“
SWM wollen sich für den kommenden Wasserstoffhochlauf stategisch positionieren
Auch Abnehmer sind laut Infener in Neumünster bereits gefunden, darunter Hypion. Das Unternehmen hat in unmittelbarer Nähe gerade die erste Wasserstofftankstelle vor allem für den Lkw-Verkehr in Betrieb genommen. Die entstehende Abwärme soll, so heißt es auf der Infener-Website, als Teil der künftigen kommunalen Wärmeversorgung verwendet und für industrielle Prozesse eingesetzt.
Die SWM wollen über eine finanzielle Beteiligung hinaus auch ihre eigene kommunale Expertise im Energiebereich einbringen. Für den Energieversorger wiederum biete der Hub Neumünster ein aussichtsreiches Pilotprojekt, um sich für den erwarteten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft strategisch zu positionieren.
Ziel 2025 erreicht: München versorgt sich mit Ökostrom
„Die SWM engagieren sich im Wasserstoffbereich entlang der Wertschöpfungskette bereits im Transport“, sagte Gregor Neunzert, Leiter der Gasbeteiligungen der Stadtwerke München. Beteiligungen an der Erzeugung würden derzeit geprüft. „In diesem Zusammenhang ist das Projekt Neumünster aufgrund seiner geografischen Gegebenheiten und der angestrebten Partnerschaften mit Infener und regionalen Energieversorgern sehr geeignet.“