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Modulpreise steigen rasant an

Schneller als erwartet geht es mit den Preisen für Solarmodule nach oben. Sie kletterten in den vergangenen Wochen um ein bis 1,5 Cent pro Watt nach oben. So werden die Standardmodule derzeit für 11,5 Cent pro Watt gehandelt. Vor vier Wochen lag der Durchschnittspreis in dieser Kategorie noch bei 10,5 Cent pro Watt.

Noch stärker sind die Preise für die hocheffizienten Module mit modernen Zelltechnologien und einer Effizienz von mindestens 23 Prozent gestiegen. Diese Paneele werden derzeit für durchschnittlich 13 Cent pro Watt gehandelt. Das ist 1,5 Cent mehr als noch im Vormonat, als sie für 11,5 Cent pro Watt verkauft wurden. Genauso stark ist der Durchschnittspreis für komplett schwarze Module gestiegen. Sie kosten jetzt 14,5 Cent pro Watt. Vor vier Wochen haben Großhändler diese noch für 13 Cent pro Watt verkauft.

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Hersteller verteuern ihre Ware

Martin Schachinger, Geschäftsführer des Online-Marktplatzes für Solarkomponenten PV Xchange, sieht in dem heftigen Preisanstieg den Versuch der Hersteller, die Modulpreise gewaltsam in einen Bereich zu drücken, innerhalb dessen sie wieder gutes Geld verdienen können. „Mit Veränderungen bei den Rohmaterialpreisen oder dem Wegfall der Exportvergünstigungen in China haben diese Preissteigerungen aber nichts zu tun“, sagt er. „Im Gegenteil – die Waferpreise sind im letzten Monat wieder gefallen und auch der Silberpreis ist auf dem Weg der Normalisierung.“

Fraunhofer ISE schafft Modulwirkungsgrade von 31 und 34 Prozent

Die Produzenten gehen bei den künstlich beschleunigten Preiserhöhungen unterschiedlich rabiat vor. „Manche erhöhen ihre Preise noch sehr zögerlich, andere schlagen gleich 20 bis 30 Prozent drauf“, weiß der PV-Xchange-Chef. „Wer stärker von Projektgeschäft abhängig ist, traut sich noch nicht, allzu große Preissprünge zu machen. Das ist auch vernünftig – zu fragil ist das Zusammenspiel zwischen Komponentenkosten und Wirtschaftlichkeit, in Konsequenz dann Realisierungswahrscheinlichkeit.“

Verunsicherung auf dem Markt

Im Kleinanlagengeschäft wirkt sich eine Modulpreiserhöhung ohnehin nicht ganz so dramatisch aus. Diese gehe zwar zulasten der Handelsmarge des Installateurs. Doch dieses falle teilweise noch immer üppig aus, sagt Schachinger. „Dennoch ist es ein gewagter Schritt der Produzenten“, warnt er. „Die Marktsituation ist nicht gerade rosig und ein weiteres Einbrechen der Nachfrage steht auf dem Spiel.“

Stromausfall: Solaranlagen mit Speichern liefern Notstrom

Martin Schachinger verweist dazu auf die Botschaften aus der Politik, die die Solarbranche und ihre Kund:innen derzeit in die Verunsicherung treiben. Das gelte nicht nur für die USA, wo Präsident Trump eine Vollbremsung verordnet hat, sondern auch im bisher starken deutschen Markt. „Dass diese angedrohte, katastrophale Verschlechterung der Bedingungen bei uns und auf der anderen Seite des Ozeans in allen Punkten durchgesetzt werden kann, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich“, prognostiziert Schachinger. „Im Vertrauen auf den Rechtsstaat und die Vernunft bin ich aber zuversichtlich, dass uns das abermals gelingen wird“, sagt er mit Blick auf die Anforderungen, vor denen die Branche jetzt steht, die Angriffe auf die Energiewende wieder einmal abzuwehren.

Solarbranche ist robust geworden

Doch die Solarbranche ist robust geworden und sie hat aus den Bremsversuchen der Vergangenheit gelernt. Sie hat immer wieder neue Lösungen ersonnen. Die Nutzung des Solarstroms vor Ort war nur eine davon. „Viele Bewegungen und Technologien haben sich in der Vergangenheit schon durchgesetzt, obwohl staatliche Regulierung versuchte, sie einzuschränken oder zu verhindern“, sagt Martin Schachinger. „Zeigen wir, dass uns dies bei den regenerativen Energien ebenfalls gelingt, und bringen wir die Platten auf die Gebäude und Felder. Intelligente Energiespeicher- und Vehicle-to-Grid-Projekte runden das ganze Bild ab – viele kleine Teile ergeben auch ein großes Ganzes!“, betont er.