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GHT sichert Finanzierung für industrielle Skalierung der Wasserstoffproduktion aus Abfällen

Die Green Hydrogen Technology GmbH hat mit der Arboris GmbH & Co. KG, dem Family Office der Familie Tschira, einen neuen Investor gewonnen. Die Beteiligung soll die industrielle Skalierung der Technologie vorantreiben, die nicht recycelbare Abfälle dezentral in klimaneutralen Wasserstoff und nutzbares Kohlenstoffdioxid umwandelt. Mit dem Kapital will das Unternehmen kommende Projekte im Entsorgungsmarkt umsetzen.

Das Verfahren von GHT nutzt nicht recycelbare Abfälle als lokale Ressource und wandelt diese vor Ort in Wasserstoff um. Die Anlagen werden direkt dort errichtet, wo Abfälle anfallen. Dadurch entstehen dezentrale Energieknotenpunkte, die regionale Wertschöpfung stärken sollen. Der Ansatz soll Kreislaufwirtschaft mit der Energiewende verbinden, indem Abfälle nicht verbrannt oder deponiert, sondern als Rohstoff genutzt werden. 

Die Technologie adressiert drei zentrale Herausforderungen: die zunehmende Kunststoff- und Abfallbelastung, den Bedarf an klimaneutralen Energieträgern sowie die Notwendigkeit resilienter und regionaler Energiesysteme. Die Nachfrage aus der Entsorgungswirtschaft zeigt laut Unternehmen ein erhebliches Marktinteresse.

Investorenkreis aus Energie-, Mobilitäts- und Entsorgungswirtschaft

Mit Arboris erweitert GHT seinen Investorenkreis um einen weiteren Partner. Bereits heute vereint das Unternehmen Gründer und Unternehmer Harald Mayer, die RheinEnergie AG, die hylane GmbH sowie die ETG Entsorgung und Transport GmbH als Gesellschafter. „Im Verlauf unserer Gespräche haben wir Arboris als wertorientierten Investor mit langfristiger Perspektive kennengelernt", sagt Robert Nave, CEO der GHT. „Besonders begeistert hat uns die Kombination aus unternehmerischem Werteverständnis, dem Anspruch, Nachhaltigkeit für kommende Generationen zu ermöglichen, und der Überzeugung, technologische Stärke aus Deutschland heraus zu fördern."

Erste kommerzielle Anlage in Betrieb

Die Beteiligung erfolgt in einer Phase zunehmender Marktdynamik. Anfang des Jahres konnte GHT die Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Anlage abschließen. Im kommenden Jahr plant ein familiengeführtes Entsorgungsunternehmen aus Süddeutschland gemeinsam mit GHT eines der größeren dezentralen Wasserstoffvorhaben im deutschen Mittelstand zu realisieren. Das Vorhaben soll jährlich über 20.000 Tonnen nicht recycelbare Abfälle verwerten und daraus über 2.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Weitere Projekte befinden sich in Planung.

Das patentierte Hochtemperatur-Vergasungsverfahren wurde zunächst in Österreich erprobt und seit 2024 in einer ersten kommerziellen Anlage in Baden-Württemberg eingesetzt. Die Technologie ermöglicht die lokale Produktion von klimaneutralem Wasserstoff ohne zentrale Energie- und Transportinfrastruktur. Die Anlagen entstehen direkt an den Standorten der Abfallentstehung und schaffen damit dezentrale und unabhängige Energieknotenpunkte.