Begrenzte personelle Ressourcen, fehlendes Know-how oder lokale Konflikte – viele Kommunen stehen beim Ausbau erneuerbarer Energien vor großen Herausforderungen. Hier soll das im Mai gestartete Projekt „BEEKOMM“ Abhilfe schaffen. Das Kürzel steht für „Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Energien in Kommunen“. Erklärtes Ziel ist, Städte, Gemeinden und Landkreise beim Ausbau von Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik zu unterstützen. Mit frühzeitiger Information, geeigneten Beteiligungsformaten und individueller Unterstützung sollen Prozesse beschleunigt und die Akzeptanz für Projekte der Energiewende gestärkt werden.
Energiewende: Was Kommunen wirklich ausbremst
„Die Ausbauziele für erneuerbare Energien können nur erreicht werden, wenn Kommunen die notwendige Unterstützung erhalten – fachlich, organisatorisch und kommunikativ. Mit ‚BEEKOMM‘ bündeln die beteiligten Partner ihre Erfahrungen und entwickeln gemeinsam praxisnahe Unterstützungsangebote für Städte und Gemeinden in ganz Deutschland“, sagt Martina Hofmann, Geschäftsführerin der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, die das Projekt leitet und koordiniert.
Rund 4.300 Kommunen sollen angesprochen werden
Eine Besonderheit von BEEKOMM ist die enge Zusammenarbeit mehrerer Landesenergieagenturen und vergleichbarer Einrichtungen in einem bundesweiten Verbund. Erstmals bündeln Partner aus acht Bundesländern gezielt ihre Erfahrungen zum Ausbau erneuerbarer Energien in Kommunen und entwickeln diese gemeinsam weiter. So soll ein praxisnaher Austausch über Ländergrenzen hinweg entstehen.
Zwei Kommunen zeigen, wie Windkraft die Region unterstützen kann
Das Projekt zielt darauf ab, Kommunen zu befähigen, Erneuerbare-Energien-Projekte schnell, professionell und unter aktiver Beteiligung der Bürgerschaft umzusetzen. Insgesamt sollen in den kommenden vier Jahren rund 4.300 Kommunen proaktiv angesprochen werden. Neben dem Erfahrungsaustausch sollen Informationen und Materialien erarbeitet werden, die allen zur Verfügung stehen. Dazu gehört die Etablierung regionaler Ansprechpersonen, die lokale Akteure und Multiplikatoren unterstützen. Das Bundesumweltministerium stellt insgesamt rund 13,4 Millionen Euro bereit.
Bundesweites Netzwerk in Planung
Zugleich wollen die Projektpartner ein bundesweites Netzwerk der beteiligten Landesenergieagenturen aufbauen. Geplant sind auch die Entwicklung und Anwendung gemeinsamer Materialien im Rahmen eines Schulungs-Baukastens sowie die Qualifizierung kommunaler Akteurinnen und Akteure. Das Netzwerk plant zudem die Unterstützung bei Dialog- und Beteiligungsprozessen sowie die aufsuchende Begleitung von Kommunen bei Erneuerbare-Energien-Projekten in Kooperation mit lokalen Akteuren.