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Wind im Süden: Projektentwickler fordern bessere Bedingungen

22 Windpark-Projektierer fordern bessere finanzielle Bedingungen für den Windkraft-Ausbau im Süden Deutschlands. Der Auslöser sei die dramatische Überzeichnung der jüngst erfolgten Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land, heißt es in einer gemeinsamen Presseinformation der Unternehmen, die unter anderen von Badenova, den EWS Elektrizitätswerken Schönau, dem Elektrizitätswerk Mittelbaden, Qualitas Energy Deutschland und Vattenfall Europe Windkraft unterzeichnet wurde. Sie warnen vor höheren Kosten für die Energiewende, sollte sich der Ausbau der Windenergie weiterhin so stark auf den Norden konzentrieren – und haben ein Forderungspapier veröffenlicht.

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Baden-Württemberg sei in den Ausschreibungen der letzten Jahre bislang deutlich unterrepräsentiert gewesen, kritisieren die Projektentwickler. Eine Prognose der Unternehmensberatung Enervis zeige zudem, dass Baden-Württemberg (und auch Bayern) in der aktuellen Ausschreibungsrunde (unter den in der Studie getroffenen Annahmen) vollständig leer auszugehen drohe.

Kleinteilige Projekte und teure Infrastruktmaßnahmen treiben die Kosten

Der Grund: Die spezifischen Projektkosten seien im Süden durch anspruchsvolle Topografie und Genehmigungsverfahren sowie kleinteiligere Projekte deutlich höher als im Norden. Damit können sie in den Ausschreibungen, in denen die niedrigsten Preise den Zuschlag bekommen, nicht mithalten. Zudem schlügen teure Infrastrukturmaßnahmen wie Erschließungswege, Kabeltrassen und Speziallogistik auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte, hieß es weiter. „Wenn die Bundesregierung in der anstehenden EEG-Novelle auf die Besonderheiten von Windkraftparks in Baden-Württemberg keine Rücksicht nimmt, steht der Windkraftausbau im Südwesten still“, warnt Matthias Welss, kaufmännischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare.

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Und das könnte teure Folgen für die Energiewende haben: Der Wind wehe im Süden zeitlich anders als im Norden, argumentieren die Projektierer. Wenn durch Ausschreibungen nur im Norden des Landes weitere Anlagen entstehen, dann brauche es dort noch mehr Speicherkapazitäten und weitere Stromtrassen, die in den Süden führen. „Es ist energiewirtschaftlich und volkswirtschaftlich also sinnvoll, Windenergieanlagen auch im Süden zu errichten – nah an industriellen Verbrauchern und mit hohem Nutzen für die Netzstabilität“, schreiben die Unterzeichner.

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Gestiegene Genehmigungszahlen reichen nicht

Die Zahl der Windpark-Genehmigungen in Baden-Württemberg ist zuletzt gestiegen. „Das ist jedoch bedeutungslos, wenn Projekte keine wirtschaftliche Perspektive haben“, heißt es in dem Forderungspapier. Zahlreiche bereits genehmigte Windparks der unterzeichnenden Unternehmen lägen baureif in der Schublade und brauchen jetzt den Zuschlag.

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„Kein Projektierer wird in neue Standorte investieren, wenn sogar genehmigte Projekte nicht mehr realisiert werden“, sagt Dirk Sattur, Vorstand von Badenova: „Das bricht der Energiewende im Süden das Genick. Und dabei wollen wir nicht tatenlos zusehen.“

Daher fordern die Projektentwickler unter anderem, eine finanzielle Berücksichtigung der Systemvorteile von Windenergieanlagen im Südwesten und eine Erhöhung der Ausschreibungsmenge. „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Windkraft in ganz Deutschland ausgebaut wird“, betont Michael Klein, technischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare: „Wir brauchen faire Rahmenbedingungen für alle – und zwar jetzt!“