Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat seine Kritik am neuen Gebäudemodernisierungsgesetz bekräftigt. In einer Pressekonferenz warnten Vertreter des Verbandes davor, die positive Entwicklung beim Umbau der Wärmeversorgung könnte durch Verunsicherung der Verbraucher beeinträchtigt werden.
Denn derzeit läuft es gut für die Wärmepumpe: So war sie 2025 nicht nur die Heizungstechnik mit dem höchsten Marktanteil (48 Prozent), sondern es wurden zudem 290.000 bewilligte Förderanträge bewilligt. Insgesamt sind nach Angaben des BWPP in Deutschland jetzt zwei Millionen Systeme in Betrieb. Und auch für 2026 sehen die Zahlen gut aus: „Wir können in diesem Jahr 400.000 Wärmepumpen installieren, wenn sich der Trend fortsetzt“, sagt BWP-Präsident Martin Sabel.
Heizungsgesetz: Beschluss schon kommende Woche?
Biotreppe: Was passiert nach 2040?
Ja, wenn. Die Vorgabe, dass neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, entfällt. Das neue Heizungsgesetz erlaubt wieder die Installation neuer Gas- und Ölheizungen, wenn die Vorgaben der „Biotreppe“ erfüllt werden. Ab 2029 sollen sie einen Biogas- beziehungsweise Bioölanteil von 10 Prozent haben. 2030 steigt er auf mindestens 15, 2035 auf mindestens 30 und 2040 auf mindestens 60 Prozent. Entsprechende Tarife sollen die Gas- und Öllieferanten anbieten. Über eine Grüngasquote werden ab 2028 alle Inverkehrbringer von Gas und Heizöl „klimafreundliche Gase bzw. klimafreundliches Heizöl“ beimischen.
Expertenfrage: Nahwärme für alle – oder die eigene Wärmepumpe?
Hier seien noch zu viele Fragen offen, die zu Verunsicherung im Markt führen können, kritisiert der BWP. Verbesserungsbedarf sieht er vor allem in der konsequenten Fortschreibung der Biotreppe bis 2045, dem Jahr, ab dem Deutschland klimaneutral sein will. „Hier gibt es einen Widerspruch zwischen den Regelungen des Gesetzes und den Klimaschutzzielen“, kritisiert Sabel.
BWP will an Beratungspflicht festhalten
Außerdem sei noch völlig unklar, ob denn ausreichend grüne Gase zur Verfügung stehen würden und welche Konsequenzen es gebe, sollten Biotreppe und Quote nicht erfüllt werden können – und wer am Ende für mögliche Mehrkosten aufkomme. .
Wichtig sei zudem, die Beratungspflicht für Kunden aus dem alten Heizungsgesetz aufrechtzuerhalten. „Das Gesetz ist jetzt eher komplizierter als vorher“, betonte Sabel. „Deshalb nimmt die Bedeutung von Beratung zu.“
Berlin schöpft mit 120-MW-Anlage den Überschuss an Grünstrom für Fernwärme ab
Grundsätzlich forderte der BWP, die Stromsteuersenkung auf das europäische Mindestmaß auf alle Verbraucher auszuweiten – derzeit soll nur das produzierende Gewerbe davon profitieren.