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Niederlande

Den Haag kündigt erste Null-Cent-Ausschreibung für Offshore-Windkraft an

Vom 15. bis 21. Dezember können die Investoren beziehungsweise Projektierer ihre Gebote einreichen. Das niederländische Wirtschaftsministerium veröffentlichte dazu jetzt die Anweisung zur Ausschreibung für die Windparks Hollandse Kust (zuid) I und II. In den zwei Projektzonen sollen rund 700 Megawatt (MW) Offshore-Windkraft entstehen.

Neuartig sind nun die Vergabe-Kriterien: Bisherige Ausschreibungen für Windparks oder andere Erneuerbare-Energien-Projekte sahen Zuschläge jeweils noch für die niedrigsten Vergütungsforderungen vor – also die niedrigsten Gebote. Die Projektierer verlangten in ihren Geboten einen garantierten Einspeisepreis pro Kilowattstunde (kWh), der Staat garantierte dann den Gewinnern der Ausschreibung jeweils so viel Zuschlag pro kWh auf den Börsenstrompreis zu bezahlen wie nötig. Der Windparkbetreiber soll bisher damit immer mit dem Gebotspreis vergütet werden, selbst wenn die Börsenstrompreise auch mal tiefer absacken oder gar negativ sind. Weil Null-Cent-Gebote allerdings kein Unterscheidungskriterium beim Preis enthalten, haben die Niederländer neue Vergabekriterien entwickelt. Den Zuschlag soll es demnach für die Bieter geben, die gemäß einem fein austarierten Punktesystem am Ende vorne liegen. Punkte gibt es dabei für Erfahrung und nachweisbare Kenntnis des Bieters sowie auch für die Qualität des Designs der geplanten Offshore-Windfarm.

Im Zweifelsfall soll auch die Windparkkapazität entscheiden: Die Windparks dürfen bis zu 380 MW groß sein und müssen andererseits mindestens 342 MW leisten. Eine größere Erzeugungskapazität kann daher ebenfalls über den Zuschlag entscheiden: Wer mehr bauen will, bekommt mehr Punkte.

Jeder Bieter kann für beide Projekte jeweils einzeln bieten und am Ende für beide Projekte zugleich den Zuschlag erhalten. Falls die Ausschreibung keine oder keine ausreichend qualifizierten Gebote erzielt, wollen die Niederlande eine zweite Runde für subventionierte Einspeisepreise ausrichten.

Jeder Bieter muss grundsätzlich einen Eigenkapitalanteil an der Investition von mindestens 20 Prozent zusagen. Das aktuelle Offshore-Windkraftprogramm der Regierung in Den Haag sieht insgesamt die Errichtung neuer Offshore-Windparks für die Küste der Großregion Holland von 2.100 MW vor. 2018 soll der Tender für Hollandse Kust (zuid) III und IV stattfinden für weitere 700 MW. Und 2019 ist der 700-MW-Tender für Hollandse Kust (noord) vorgesehen.

(Tilman Weber)