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2025: Offshore-Branche erwirtschaftete 14,6 Milliarden Euro

Die Offshore-Windindustrie hat im vergangenen Jahr 14,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung erzielt. Insgesamt beschäftigt sie rund 49.000 Arbeitnehmer (31.530 Vollzeitstellen). Das sind Ergebnisse einer Studie, die Windresearch im Auftrag des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO) erstellt hat. Besonders stark profitiert demnach das industrielle Binnenland – etwa Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und das Saarland. Insgesamt sind 893 Unternehmen in Deutschland in der Branche aktiv, davon rund ein Drittel ausschließlich in der Offshore-Windenergie.

NRW und Baden-Württemberg liegen bei der Beschäftugung vorn

Die Studie analysiert die volkswirtschaftliche Bedeutung der Offshore-Wind-Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette und zeigt, dass die Beschäftigung sich nicht auf die Küstenländer beschränkt: Mit rund 6.300 Vollzeitstellen entfällt der größte Beschäftigungsanteil auf Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg mit mehr als 5.300 sowie dem Saarland und Niedersachsen mit jeweils mehr als 3.500 Vollzeitstellen. Ein erheblicher Teil der industriellen Wertschöpfung entstehe dabei im Binnenland, während Norddeutschland ein Schwerpunkt für Umsetzung, Logistik und Betrieb bleibe, heißt es in einer Presseinformation des BWO.

Offshore-Windkraft-Wertschöpfung im gelichteten Markt

Zudem hat die Branche Potenzial: Wird das Ausbauziel von 70 Gigawatt bis 2045 erreicht, kann sie auf rund 120.000 Beschäftigte und über 50 Milliarden Euro Wertschöpfung wachsen, berechnete Windresearch.

Verzögerte Netzanbindung bedroht Entwicklung

Bei der Wertschöpfung liegt die Verteilung etwas anders. Hier nimmt Baden-Württemberg mit rund fünf Milliarden Euro die Führungsposition ein, gefolgt von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Berechnet wurden alle Projektphasen von Offshore-Windparks – von Planung und Bau bis hin zum Betrieb.

Deutschlands westliche Nachbarn loben noch schnell 12 Gigawatt Meereswindkraft aus

Gleichzeitig zeige die Studie eine kritische Entwicklung, warnt der BWO: Die nationale Lieferkette sei einem zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Zudem bildet die Netzanbindung einen zentralen Engpass für die Branche. Befragte Marktteilnehmer rechnen daher mit Projektverzögerungen von durchschnittlich 3,2 Jahren – mit entsprechenden Folgen für Projekte und die Lieferkette.

Weitere Modellrechnungen der Studie zeigen die Konsequenzen, wenn das gesetzlich festgelegte Ausbauziel von 70 Gigawatt Offshore-Windenergie bis 2045 nicht erreicht wird. Bei einem Rückgang auf 60 Gigawatt bis 2045 würde Deutschland auf bis zu 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze und rund 20 Milliarden Euro Wertschöpfung verzichten.

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BWO fordert Investitionen in Netzausbau und Infrastruktur

„Wer den Ausbau der Offshore-Windenergie infrage stellt, gefährdet nicht nur die Energieversorgung, sondern auch zehntausende Arbeitsplätze und industrielle Perspektiven in Deutschland“, sagt Stefan Thimm, Geschäftsführer des BWO. Eine Absenkung der Ausbauziele würde die Wertschöpfungskette schwächen und Investitionen ins Ausland verlagern. Entscheidend seien daher verlässliche Rahmenbedingungen: stabile Ausbaupfade, Investitionen in Netzanbindung und Hafeninfrastruktur sowie eine koordinierte industriepolitische Strategie zur Stärkung der Wertschöpfung. „Nur so kann die Branche ihr Potenzial entfalten und bis 2045 auf bis zu 120.000 Beschäftigte wachsen“, betonte Thimm.