Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Reform Wind-auf-See-Gesetz: BDEW fordert Tempo

Der BDEW hat in einem Positionspapier schnelle Reformen für die Offshore-Windenergie gefordert. Mit den darin vorgeschlagenen Maßnahmen, so heißt es vom Bundesverband der deutschen Energiewirtschaft, könnte der Ausbau kosteneffizient und investitionssicher gestaltet werden, ohne die bestehenden Ausbauziele im Wind-aus-See-Gesetz (WindSeeG) zu verändern.

Auf 15 Seiten listet das Positionspapier auf, was dafür zu tun wäre. Um Investitionen abzusichern, fordert der BDWE ein neues Ausschreibungsdesign, basierend auf sinnvoll indexierten Contracts-for-Difference (CfDs) für alle in den nächsten Jahren auszuschreibenden Flächen. Die Indexierung solle mindestens anhand des europäischen Verbraucherpreisindexes HICP eingeführt und am britischen Modell ausgerichtet werden.

Leistungsdichte auf sieben Megawatt pro Quadratkilometer begrenzen

Mehr Kosteneffizienz könnte durch grenzüberschreitende Offshore-Kooperationsprojekte erreicht werden, die dann anteilig auf die deutschen Ausbauziele angerechnet werden sollten, so der BDEW. Die Flächenplanung sollte daher stärker europäisch ausgerichtet werden, um Synergien im Nord- und Ostseeraum besser zu nutzen.

Wie EEG und Co. noch rechtzeitig die richtigen Signale für den Windparkbau geben

Gleichzeitig fordert der Verband, die Leistungsdichte neuer Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee auf in der Regel maximal sieben Megawatt pro Quadratkilometer zu begrenzen. So könnten Abschattungseffekte reduziert, die Stromerträge erhöht und die volkswirtschaftlichen Kosten des Offshore-Ausbaus gesenkt werden.

In der Offshore-Branche herrscht Alarmstimmung

Der Ausbau der Offshore-Windenergie stockt derzeit in Deutschland. So hatte sich in der jüngsten Ausschreibungsrunde 2025 kein Bieter für die Flächen gefunden. Die kommende Runde wurde danach verschoben, bis ein neues Ausschreibungsdesign gefunden ist. Noch ist allerdings davon wenig zu hören. Unterdessen versuchen offenbar siegreiche Bieter aus vorangegangenen Auktionsrunden, ihre für Milliardenbeträge ersteigerten Baurechte wieder zurückzugeben. All das sorgt für Alarmstimmung in der Offshore-Branche und gefährdet die ohnehin ehrgeizigen Ziele für den Ausbau der Windenergienutzung auf See.

Mit unserem kostenlosen Newsletter informieren wir Sie regelmäßig auch über die Entwicklung der Offshore-Windkraft in Deutschland und weltweit. Hier können Sie ihn abonnieren. 

„Kabinettsbeschluss noch im Sommer“

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, nannte das ausbleibende Interesse an den Auktionen ein klares Warnsignal: „Die Politik muss dringend handeln und das WindSee-Gesetz reformieren“, so Andreae. Für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie brauche es verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. „Projekte müssen in den Ausschreibungen 2027 wieder wirtschaftlich darstellbar sein.“ Dafür sei ein Referentenentwurf und ein Kabinettsbeschluss für ein reformiertes WindSeeG noch im Sommer erforderlich.

Windpreis stürzt auf Rekordtief – Auktionserfolg wird für Projektierer zum Risiko

Dieses reformierte Gesetz soll nach Auffassung des BDEW noch weitere Punkte umfassen, darunter eine Ausweitung der Betriebsdauer von Offshore-Windparks von 25 auf 35 Jahre, Regelungen für den Weiterbetrieb nach Ende der Förderung sowie Festlegungen zu einer flächenspezifischen Überbauung der Netzanschlüsse.